Darlehen aus dem Resozialisierungsfonds

12. März 2013 | Themenbereich: Baden-Württemberg, Strafvollzug | Drucken

Im Jahr 2012 hat die Stiftung „Resozialisierungsfonds Dr. Traugott Bender“ in 144 Fällen Straffälligen einen Neubeginn ermöglicht, der unbelastet von hohen Schuldenrückzahlungen ist. Dafür wurden überschuldeten Straftätern zinslose Darlehen von zusammen rund 444.000 Euro gewährt. Mit dem Geld sind Gläubigerforderungen in einer Gesamthöhe von 2,197 Millionen Euro abgelöst worden, innerhalb von fünf Jahren müssen die Darlehen in Raten an den Fonds zurückgezahlt werden.

„Der Resozialisierungsfonds verhilft Straftätern zu geordneten wirtschaftlichen Verhältnissen“, sagte Justizminister Rainer Stickelberger am Montag (11. März 2013) in Stuttgart: „Statt sich mit einem riesigen Schuldenberg auseinandersetzen zu müssen, können sie sich auf den Aufbau eines straffreien Lebens konzentrieren – das ist wahre Resozialisierung.“

Mit den Darlehen wurden insgesamt 896 Gläubigerforderungen bedient, gut 20 Prozent der Forderungen wurden bezahlt. Im Jahr 2011 waren es 698 Gläubiger-forderungen in einer Gesamthöhe von 1,997 Millionen Euro, dafür wurden Darlehen von etwa 330.000 Euro ausgezahlt, die Sanierungsquote lag bei knapp 17 Prozent. „Damit erhalten Gläubiger zwar nur einen Anteil ihrer Forderungen zurück“, erklärte der Minister: „Das geschieht aber verlässlich und zeitnah. Ohne die Unterstützung durch den Resozialisierungsfonds würde eine Befriedigung der Gläubiger und eine Wiedergutmachung der durch Straftaten angerichteten Schäden oft scheitern.“

Stickelberger wies darauf hin, dass die Darlehen aus dem Fonds nicht allein den Straffälligen, sondern letztlich auch den Opfern von Straftaten zugutekämen. So würden beispielsweise Schmerzensgeldforderungen in aller Regel ungekürzt erfüllt.

 

Weitere Informationen:

Die Stiftung „Resozialisierungsfonds“ besteht seit 39 Jahren. Sie wurde 1974 beim Justizministerium Baden-Württemberg gegründet, Justizminister war damals Dr. Traugott Bender. Nach dessen Tod im Jahr 1979 wurde die Stiftung in „Resozialisierungsfonds Dr. Traugott Bender“ umbenannt.

Mit zinslosen Darlehen hilft die Stiftung Straftätern bei der Regulierung ihrer Schulden. Das Geld ist ausschließlich für die Schuldentilgung bestimmt und wird direkt an die Gläubiger ausgezahlt. Die Schuldner müssen die Darlehen in einem Zeitraum von fünf Jahren in monatlichen Raten zurückerstatten.

Seit Gründung der Stiftung wurden 4157 Darlehen mit einem Gesamtvolumen von 22,833 Millionen Euro ausgezahlt. Ein Darlehen betrug durchschnittlich rund 5900 Euro. Aktuell tilgen 623 Personen ein Darlehen aus dem Fonds.

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