Gehaltsplus von 5,6% und 30 Tage Urlaub

9. März 2013 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

Gewerkschaften erkämpfen Kompromiss: Die Verhandlungspartner haben für die Tarifbeschäftigten der Länder am gestrigen Abend in der dritten Runde der Tarifverhandlungen eine akzeptable Einigung erzielt.

Die wesentlichen Inhalte der Tarifeinigung sind:

lineare Gehaltserhöhung

• um 2,65 Prozent rückwirkend zum 1. Januar 2013 sowie

• um 2,95 Prozent zum 1. Januar 2014.

Auszubildende erhalten anstelle der linearen Anhebung zum 1. Januar 2013 einen Sockelbetrag in Höhe von 50 Euro und nehmen wie alle anderen Beschäftigten an der linearen Erhöhung zum 1. Januar 2014 teil.

Alle Beschäftigten haben künftig Anspruch auf 30 Urlaubstage pro Jahr, Auszubildende bekommen 27 Urlaubstage.

Der ganz große Wurf ist dieser Abschluss unter Berücksichtigung der Laufzeit von 24 Monaten, der Tatsache, dass die derzeitigen jährliche Inflationsrate rund 2% beträgt und dem Fakt, dass die Einkommensentwicklung im Öffentlichen Dienst trotz steigender Belastung im Vergleich zu zahlreichen anderen Branchen in den letzten Jahren deutlich hinter der durchschnittlichen Entwicklung zurückgeblieben ist, aber nicht. Um den Öffentlichen Dienst im Wettbewerb um gute und leistungsstarke Arbeitnehmer konkurrenzfähig zu erhalten, ist eine angemessene lineare Verbesserung der Einkommen auch in den nächsten Jahren unverzichtbar.

Nun richten sich die Appelle zum einen an die hessische Landesregierung, das Tarifergebnis auch für die dortigen Beschäftigten zu übernehmen und zum anderen an alle Landesregierungen, den Tarifabschluss unverzüglich auf die Landes- und Kommunalbeamten zu übertragen. Geschieht dies nicht, drohen erneut unmittelbare gewerkschaftliche Reaktionen.

Gewerkschaftliche Solidarität, bundesweite Protestaktionen zur Verdeutlichung der entschlossenen Kampfbereitschaft und letztendlich besonnene und verantwortungsvolle Verhandlungsführer auf beiden Seiten waren die Erfolgsfaktoren, die nun zu einem akzeptablen Ergebnis für die Tarifbeschäftigten der Länder geführt und eine Schlichtung sowie eine lange Streikphase verhindert haben.

Wieder einmal hat sich gezeigt, wie wichtig es ist, dass sich die Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst, Beamte und Tarifbeschäftigte, in Gewerkschaften organisieren, um ein starker Gegenpol zur Arbeitgeberseite zu sein. Allein steht man auf verlorenem Posten.

Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

 

 

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