Fritz Bauer Institut und BKA unterzeichnen Kooperationsvereinbarung für Bildungspartnerschaft

6. März 2013 | Themenbereich: Bundespolizei | Drucken

Mit der Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung erhält die seit mehreren Jahren bestehende informelle Bildungspartnerschaft zwischen dem Bundeskriminalamt und dem Fritz Bauer Institut in Frankfurt am Main eine dauerhafte Basis. Ziel der Zusammenarbeit ist die Vermittlung von Wissen über die Rolle der Polizei in der Zeit von 1933 bis 1945 und ihre Verstrickung in das NS-System.

Zur Auseinandersetzung mit der Geschichte der Polizei gehört, dass sich angehende Kriminalkommissare und –kommissarinnen des BKA seit 2009 im Rahmen ihrer Ausbildung auf Spurensuche nach Tätern und Opfern der nationalsozialistischen Gewalt- und Schreckensherrschaft begeben.

Diese Spurensuche in ganz Deutschland ergänzt ein Studientag, an dem sich die Studierenden mit Biografien und Taten einzelner Gestapo-Mitarbeiter zwischen 1933 und 1945 auseinandersetzen. Das Fritz Bauer Institut und der Fachbereich Kriminalpolizei beim BKA haben diesen Studientag zur Polizeigeschichte, in dessen Mittelpunkt die Frage der Verantwortung für eigenes Handeln steht, gemeinsam konzipiert.

In Kooperation mit dem Fritz Bauer Institut sollen künftig weitere Aus- und Fortbildungsveranstaltungen, Projekte und Projektwochen zum Holocaust und zur Rolle der Polizei im NS-Regime im Bundeskriminalamt folgen, die sich an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter richten.

BKA-Präsident Jörg Ziercke: „Nur durch die Auseinandersetzung mit unserer Vergangenheit können wir unsere Zukunft verantwortlich gestalten. Wir wollen eine Erinnerungskultur, die eine offene und differenzierte Auseinandersetzung beinhaltet, fordern und fördern. Vor allem müssen wir uns der Konsequenzen und Verantwortung bewusst sein, die wir tragen.“

Zwischen 2007 und 2011 hat sich das BKA mit seiner Geschichte, seinen Gründungsjahren und seiner Entwicklung im Rahmen eines Forschungsprojektes unter der Leitung von Prof. Dr. Wagner (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) auseinander gesetzt. Die Ergebnisse wie auch die amtsinterne Auseinandersetzung mit den Ergebnissen sind auf der Homepage des BKA veröffentlicht.

Die mit der Kooperationsvereinbarung manifestierte Bildungspartnerschaft von Bundeskriminalamt und Fritz Bauer Institut bildet damit einen weiteren Baustein bei der Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte und fördert zugleich eine tragfähige und lebendige Erinnerungskultur im Bundeskriminalamt.

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