Spitzenplatz bei Aufklärungsquote

1. März 2013 | Themenbereich: Kriminalität, Thüringen | Drucken

Thüringen ist weiterhin eines der sichersten Länder Deutschlands. Die Aufklärungsquote erreichte im vergangenen Jahr erneut einen Spitzenwert von 64,3 Prozent. „Thüringen wird im bundesdeutschen Vergleich wieder einen Spitzenplatz einnehmen, auch wenn noch nicht alle Länder ihre Zahlen veröffentlicht haben“, erklärte Innenminister Jörg Geibert am Freitag (1. März 2013) in Erfurt bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik und der Statistik zur politisch motivierten Kriminalität.

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der in der Polizeilichen Kriminalstatistik erfassten Straftaten im Freistaat um 3.132 Fälle (+ 2,3 %) auf 140.087 Fälle gestiegen. Im Zehnjahrestrend konnte die Gesamtfallzahl erheblich verringert werden (2003: 165.456 Fälle; 2012: 140.087 Fälle) und macht so den Erfolg der Kriminalitätsbekämpfung im Freistaat Thüringen deutlich.

Die Häufigkeitszahl (Fälle pro 100.000 Einwohner) ist gegenüber dem Vorjahr angestiegen, liegt jedoch wie in den Vorjahren mit 6.307 deutlich unter dem Bundesdurchschnitt des Jahres 2011 (7.328). Die Häufigkeitszahl des Bundes liegt für das Jahr 2012 noch nicht vor.

„Das Risiko, Opfer einer Straftat zu werden, ist in Thüringen somit weiterhin deutlich geringer als andernorts. Zugleich ist hierzulande die Wahrscheinlichkeit, dass die Straftäter gefasst werden, enorm hoch“, betonte der Minister. Die Thüringer Polizei und die Landesregierung werden gemeinsam alles tun, um das hohe Niveau an Sicherheit für die Bürger zu halten und, wo möglich, weiter zu steigern“, kündigte der Minister an.

Weiter erklärte Geibert: „Die Straßenkriminalität hat sich auch im vorigen Jahr weiter um 1.346 Fälle (-6,3 %) reduziert. Die Bürger des Freistaats können sich auf den Straßen sicher fühlen. Das ist gerade für die ältere Generation wichtig. Obwohl deren Anteil an der Gesamtbevölkerung fast 30 Prozent beträgt, macht diese Altersgruppe unter den Opfern aller erfassten Straftaten nur knapp 6,5 Prozent aus“.

Allerdings hat die Gewaltkriminalität im letzten Jahr geringfügig zugenommen. Sie stieg von 3.890 Fällen im Jahr 2011 auf 3.958 Fälle im Jahr 2012. Dieser Anstieg wird wesentlich bestimmt durch höhere Fallzahlen in allen wesentlichen Teilbereichen dieses Deliktfeldes. So beispielsweise bei der vorsätzlichen leichten Körperverletzung (+290 Fälle; +2,9 %) und der gefährlichen und schweren Körperverletzung (+129 Fälle; +4,3 %). Auch zu den Körperverletzungen mit Todesfolge (2011: 3 Fälle, 2012: 5 Fälle) und Misshandlungen von Kindern wurden leicht ansteigende Fallzahlen (2012: 124 Fälle, +5 Fälle) im Jahr 2012 erfasst. Abgenommen haben aber die Straftaten bei der fahrlässigen Körperverletzung (-52 Fälle; -7,9%) und den Misshandlungen von Schutzbefohlenen (-4 Fälle; -8,2 %). Ebenso ging die Zahl der Raubstraftaten und der räuberischen Erpressungen um 10,1 % zurück.

Die Rauschgiftkriminalität weist für das Jahr 2012 wiederum die höchste Fallzahl seit Beginn der bundeseinheitlichen Erfassung (2001: 5.710 Fälle; 2012: 8.784 Fälle) aus. In diesem Bereich konnte der polizeiliche Kontrolldruck konsequent auf hohem Niveau gehalten werden. Es wurden u. a. 48 kg Haschisch, 38 kg Marihuana und 14 kg Amphetamine sichergestellt.

Im Bereich der Organisierten Kriminalität wurden 2012 fünf Ermittlungsverfahren registriert. Hinter diesen Verfahren verbergen sich mindestens 51 Straftaten mit insgesamt 31 Tatverdächtigen. Sechs davon wurden festgenommen und Haftbefehl erlassen.

Politisch Motivierte Kriminalität

Insgesamt 1.421 Straftaten der Politisch motivierten Kriminalität (PMK) wurden im Freistaat Thüringen im Jahr 2012 bekannt. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Fallzahl um 102 Delikte (+7,7 %), gegenüber dem Jahr 2010 um 18 Fälle (+1,3 %). 719 Fälle wurden im Jahr 2012 aufgeklärt, die Aufklärungsquote betrug 50,6 %. Bei der Bekämpfung der Politisch motivierten Kriminalität ermittelte die Thüringer Polizei insgesamt 1.006 Tatverdächtige. Es wurden 155 Tatverdächtige (+18,2 %) mehr als im Jahr 2011 festgestellt.

Im Bereich Rechtsextremismus ergab sich eine Steigerung um 103 Straftaten, im Bereich Linksextremismus ein Rückgang um 9 Straftaten. In einem Fall wurde im Phänomenbereich PMK-Rechts wegen des Verdachts der Begehung einer terroristischen Straftat ermittelt. Drei Beschuldigte wurden verdächtigt, sich illegal Waffen zu beschaffen und eine schwere staatsgefährdende Gewalttat vorzubereiten. In diesem Zusammenhang bestand der Verdacht, dass auch Straftaten gegen das Leben begangen werden sollen.

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