Neue Leitung der Jugendarrestanstalt Moltsfelde

26. Februar 2013 | Themenbereich: Schleswig-Holstein, Strafvollzug | Drucken

Die Jugendarrestvollzugsanstalt Moltsfelde hat seit heute (25. Februar) eine neue Leitung. Die bisherige Verwaltungsleiterin Christa Laßmann scheidet aus dem Dienst. Ihre Nachfolgerin ist Britta Krüger, bislang Mitarbeiterin im schleswig-holsteinischen Justizministerium. Die Vollzugsleiterin – und damit eigentliche Anstaltsleiterin – ist die Jugendrichterin am Amtsgericht Neumünster Annegret Friese. Anlässlich der Amtsübergabe sagte Justizministerin Anke Spoorendonk zu Frau Laßmann: „“Ich möchte mich bei Ihnen bedanken für Ihr großes Engagement bei der Ausgestaltung des schleswig-holsteinischen Jugendarrestes und für die vorbildliche Arbeit hier in der Anstalt gemeinsam mit den Beschäftigten. Sie haben zudem die Gesetzgebungsarbeiten mit Ihrer Kompetenz und Erfahrung unterstützt und hatten dabei keine Scheu vor neuen Gedanken. Auch für diese Unterstützung und Offenheit bedanke ich mich aufrichtig“.“

Die Justizministerin führte im Weiteren die Grundzüge des Jugendarrestvollzugsgesetzes aus, welches derzeit überarbeitet und in Kürze ins Kabinett eingebracht wird. „“Der noch von der Vorgängerregierung erstellte Gesetzentwurf war zu sehr am Jugendstrafvollzugsgesetz orientiert. Bei der Überarbeitung haben wir uns intensiv beraten lassen von Frau Friese und von Frau Laßmann sowie von Jugendrichtern und Vertretern der Jugendhilfe. Entscheidend war für uns, dass der Jugendarrest in Moltsfelde schon seit langem modern ausgerichtet ist und konsequent einen pädagogischen Ansatz verfolgt. Dafür ist die Jugendarrestanstalt Moltsfelde bundesweit bekannt““, betonte Spoorendonk. „“Der Schwerpunkt unseres neuen Ansatzes ist eine Neuausrichtung des pädagogischen Konzeptes. Grundsätzlich soll die Anwendung des Jugendstrafrechts erneuten Straftaten des jeweiligen Jugendlichen entgegenwirken; Verfahren und Rechtsfolgen sind am Erziehungsgedanken auszurichten. Wir nehmen diesen Erziehungsauftrag ernst und werden deshalb auch den Vollzug des Jugendarrestes pädagogisch ausgestalten“.“

Einige Aspekte dieses Ansatzes zur Verdeutlichung:

  • Das neue Gesetz wird den Austausch mit Jugendhilfe und Erziehungswissenschaften fördern. Beispielsweise ist vorgesehen, dass die Anstalt ein pädagogisches Gesamtkonzept erarbeitet, das Aussagen zu allen Aspekten der Arrestgestaltung enthält. Dabei soll auch Beratung durch pädagogische Einrichtungen der Hochschulen oder aus der Praxis der Sozialen Arbeit einfließen.
  • Jugendarrest ist Teil eines Betreuungskontinuums, denn fast alle Jugendlichen werden bereits vom Jugendamt betreut. Viele werden nach dem Arrest noch Hilfe und Betreuung brauchen. Deshalb ist es wichtig, den Austausch mit Ämtern und Trägern weiter zu stärken. In geeigneten Fällen sollen Träger oder Fachkräfte auch in die Gestaltung des Vollzuges einbezogen werden.
  • Die Zeit im Arrest soll genutzt werden, eventuell bestehenden Betreuungsbedarf zu klären. Dann wird versucht, Kontakte zu vermitteln und die Jugendlichen zu unterstützen. Ziel ist, die Lebenswirklichkeit der Jugendlichen positiv gestalten.
  • Einer zeitgemäßen Pädagogik entspricht ein respektvoller Umgang mit den Jugendlichen. Sie haben Rechte, aber auch Pflichten, die es einzuhalten gilt. Wo es um das Miteinander geht, sollen die Jugendlichen in die Gestaltung einbezogen werden. Das erhöht die Akzeptanz der Regeln.

Hintergrund

In der Jugendarrestanstalt wird Jugendarrest als strafjustizielle Reaktion auf Jugendkriminalität in Gestalt kurzzeitiger freiheitsentziehender Maßnahmen von bis zu vier Wochen vollstreckt. Der Jugendarrest ist eine jugendgerichtliche Maßnahme bei kleinerer oder mittlerer Kriminalität von jungen Straftätern und als solche von der Jugendstrafe, die bei schwerer Kriminalität für einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten in einer Jugendstrafanstalt vollstreckt wird, zu unterscheiden. Die Jugendarrestanstalt Moltsfelde wurde 2002 erbaut und 2009 erweitert. Sie verfügt über insgesamt 57 Arrestplätze und ist die zentrale Jugendarrestanstalt des Landes Schleswig-Holstein, in der jährlich rund 1.000 Jugendarreste verbüßt werden.

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