BBK bildet nun auch europäische Spitzenkräfte im Katastrophenschutz aus

13. Februar 2013 | Themenbereich: Bevölkerungsschutz | Drucken

Im Rahmen des „European Civil Protection Training Programms“ fand erstmals ein „Head of Team“ (HoT) Lehrgang als Pilotseminar an der zum BBK gehörenden Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) unter Federführung des Lehrbereiches IV 3 statt. Ziel dieses Seminars ist, die Aus- und Weiterbildung von Experten im Europäischen Gemeinschaftsverfahren, die für Zivil- und Katastrophenschutzeinsätze der Europäischen Union (EU) weltweit als Leiter eines Teams zum Einsatz kommen können.

Diese Aufgabe nimmt ein zu diesem Zweck gegründetes Konsortium wahr, dem unter der Federführung des BBK die staatliche Polnische Feuerwehrschule, das niederländische Institute for Safety und die dem österreichischen Innenministerium unterstellte Sicherheitsakademie angehören.

Das neue Konsortium ist seitens der Europäischen Kommission beauftragt, bis 2016 pro Jahr neben zwei HoT Seminaren auch vier High Level Coordination Seminare und 2 High Level Coordination Refresher Seminare durchzuführen. Im European Civil Protection Trainingsprogramm bilden diese Seminare die höchste Ausbildungsstufe.

Einer der wesentlichen Gründe für die Durchführung dieses neuen Head of Team Lehrgangs ist die Vorbereitung der Teilnehmer auf mögliche Einsätze im Auftrag der Europäischen Kommission. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben die Kommission veranlasst, das bereits bestehende Konsortium unter Leitung des BBK zu beauftragen, diesen neuen Lehrgang zu entwickeln. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Tatsache, dass die Experten ein gemeinsames Verständnis für die humanitären und politischen Verhältnisse im jeweiligen Einsatz entwickeln.

Zu diesem Zweck hat die AKNZ in mehreren Treffen in Brüssel mit den Partnern im Konsortium, weiteren im EU Trainingsprogramm involvierten Trainingszentren (z.B. THW Bundesschule Neuhausen, Akademien aus Dänemark, Italien, Schweden) sowie der Europäischen Kommission ein neues Curriculum sowie entsprechende Ausbildungsunterlagen entwickelt.

Der Themenschwerpunkt des aktuell neu gestalteten Seminars lag auf politischen und strategischen Themen.

Die Inhalte des Lehrgangs waren:

 

Diplomatische Umgangsformen

Mögliche politische Spannungen im Einsatzgebiet

Wichtige internationalen Vereinbarungen, Beschlüsse des europäischen Rates wie der Kommission und deren Einfluss auf die Koordinierung von Einsätzen außerhalb der Europäischen Union

Umgang mit Medienvertretern

Teammanagement

Psychologische Aspekte der Führung

Stressmanagement

Der jetzt durchgeführte Lehrgang und der im April dieses Jahres folgende zweite HoT sind als Pilotseminare angelegt. Die hieraus gewonnenen Erkenntnisse werden den Grundstein für die Überarbeitung und Aktualisierung der bestehenden Curricula bilden.

Die anwesenden Trainer, Dozenten und Teilnehmer aus 13 Mitgliedsländern belegten auf besonders beeindruckende Weise die Bündelung aller verfügbaren Kompetenzen. Alle Beteiligten verfügen über weit reichende Einsatzerfahrung, alle waren schon mehrfach im Auftrag der EU, der UN oder anderer Organisationen in Krisenregionen als Teamleader oder stellvertretender Teamleader im Einsatz.

Das Seminar wurde durchgehend durch Vertreter der Europäischen Kommission begleitet. Dr. Peter Billing, stellvertretender Direktor der für das Ausbildungsprogramm der EC verantwortlichen Einheit bei der Kommission, bezeichnete die Durchführung des Seminars als sehr gelungen und hilfreich für weitere Einsätze. Die inhaltliche Gestaltung und die gewählte Methodik für die Erreichung des gesetzten Zieles fand er sehr passend. Nach seiner Erkenntnis werden im Rahmen der geplanten Überarbeitung des Seminars nach dem zweiten Pilotlehrgang nur minimale Änderungen erforderlich sein. Zur gelungenen und erfolgreichen Durchführung des Seminars gratulierte er allen die in der Vorbereitung und Durchführung des Seminars beteiligt waren.

Der Vizepräsident des BBK Ralph Tiesler bestätigte allen Beteiligten in seiner Ansprache zum Lehrgangsabschluss ihr herausragendes Engagement, welches wesentlich zum Gelingen dieses anspruchsvollen Lehrgangs beigetragen hat. Tiesler dankte auch und gerade den vielen Kolleginnen und Kollegen, die zum Gelingen dieses Lehrgangs maßgeblich beigetragen haben.

 

 

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