Polizei erreicht ihre Leistungsgrenze

4. Februar 2013 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen, Nordrhein Westfalen | Drucken

110 und keiner ist da. Vor diesem Szenario warnt die Gewerkschaft der Polizei NRW (GdP). Arnold Plickert, Landesvorsitzender der GdP: „Werden die Neueinstellungen bei der Polizei nicht erhöht, gehen NRW in den nächsten Jahren 1800 Polizistinnen und Polizisten verloren. Ab 2016 übersteigt die Zahl der Pensionierungen die der Neueinstellungen, mit zunehmender Tendenz in den Folgejahren.“ Für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger hätte das dramatische Folgen, denn schon jetzt wissen viele Polizeibehörden nicht mehr, wie sie die rasant steigende Kriminalität bekämpfen können, so der GdP Vorsitzende weiter.

Seit 2009 hat die Kriminalität um 11,6 Prozent zugenommen. 114209 Menschen wurden allein im ersten Halbjahr 2012 in NRW Opfer einer Straftat. Die Zahl der Wohnungseinbrüche hat seit 2009 um fast 40% zugenommen. „Alle neun Minuten wird in NRW irgendwo eingebrochen,“ so der GdP Landeschef. „Die Polizei in NRW leistet hervorragende Arbeit, erreicht aber aufgrund des Personalmangels zunehmend ihre Leistungsgrenze. Trotz zwei Millionen Überstunden jährlich gelingt es uns nicht, die Aufklärungsquote von unter 14% bei Wohnungseinbrüchen zu verbessern. Wie das in Zukunft mit noch weniger Personal gehen soll, hat uns noch niemand schlüssig erklärt.“ Aus diesem Grund ruft die GdP vom 4.-6. Februar unter dem Titel ‚Initiative Polizei 2020’ ihre Mitglieder zu Aktionstagen auf. Die Kernforderung der GdP: Bereits im Haushalt 2013 muss die Einstellungszahl um mindestens 100 erhöht werden.

Die Landesregierung hat bisher nicht ausreichend auf die kommende Pensionierungswelle reagiert. Sie will allein in diesem Jahr mehr als 40 Millionen Euro bei der Polizei streichen und die Einstellungszahlen nicht erhöhen. Plickert: „Die GdP wird dieser Entwicklung nicht tatenlos zusehen. Mit der Initiative Polizei 2020 gehen wir jetzt in die Offensive. Die Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht darauf, zu erfahren, wie es um ihre Polizei und um ihre Sicherheit in Zukunft bestellt ist.“

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