Terrorgefahr professionell begegnen

30. Januar 2013 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

„Ähnlich als 2006 die Bundeswehr erstmalig die internationale Schutztruppe ISAF in Afghanistan befehligte, wird der Einsatz der Bundeswehr in Mali die islamistischen Kräfte in der Bundesrepublik Deutschland auf den Plan rufen und die Wahrscheinlichkeit eines islamistischen Anschlags auf deutschem Boden oder gegen deutsche Einrichtungen im Ausland erhöhen“, ist die Einschätzung des BDK-Bundesvorsitzenden André Schulz.

Mit Überwachung, Präsenz und Absperrung werden wir die Bundesrepublik Deutschland nicht vor dem nächsten islamistisch terroristischen Anschlag schützen können. Nachdem Al Qaida nicht mehr die ausführende terroristische Gruppierung ist, sondern eher eine vereinende, zum Jihad auffordernde Vision ist und so junge Einzeltäter auch hier in Deutschland erreicht, muss sich die Bekämpfungsstrategie diesen Veränderungen anpassen.

Die Anschlagsgefahr in Deutschland geht eher von einer kleinen radikalisierten islamistischen Gruppierung oder eines Einzeltäters aus. Das wichtigste Instrument der Terrorismusbekämpfung, und das gilt für die Verhinderung von Anschlägen ebenso wie für die Aufklärung politisch motivierter Straftaten, ist die Informationsbeschaffung, -bewertung, die kriminalistische Analyse und professionelle Ermittlung von radikalen und terroristischen Strukturen.

„Der Terrorgefahr gilt es professionell zu begegnen. Die Sicherheitsbehörden, federführend die Polizei, müssen daher mit entsprechenden rechtlichen Bekämpfungsmöglichkeiten, die auch handhabbar sind, mit wirksamen technischen Möglichkeiten, mit speziell geschultem Fachpersonal und entsprechendem finanziellen Rahmen ausgestattet werden,“ beschreibt der BDK-Chef André Schulz die erforderlichen Anstrengungen im Kampf gegen den Extremismus und Terrorismus.