„Im Namen des Volkes“

25. Januar 2013 | Themenbereich: Hessen, Justiz | Drucken

„Der freiwillige Einsatz für die Gemeinschaft und für die in ihr lebenden Menschen ist Ausdruck von Verantwortungsbewusstsein und gelebter Solidarität. Durch die vielfältigen Formen ehrenamtlichen Engagements in den verschiedensten Bereichen erfahren und praktizieren Menschen Gemeinschaft, Toleranz und Verbindlichkeit. Gelebte Demokratie ist ohne Mitverantwortung und Mitarbeit der Bürgerinnen und Bürger nicht vorstellbar. Auch die Justiz als eine der tragenden Säulen unseres demokratischen Gemeinwesens kommt ohne den engagierten Einsatz ehrenamtlicher Richterinnen und Richter nicht aus. Sie tragen entscheidend dazu bei, dass der Urteilsspruch ‚Im Namen des Volkes‘ mit Leben erfüllt wird Die Rolle des Ehrenamtes in der Gesellschaft kann nicht hoch genug geschätzt werden“, sagte Justizminister Jörg-Uwe Hahn heute in einer Feierstunde anlässlich der Ehrung von 50 ehrenamtlicher Richterinnen und Richter aus den hessischen Gerichtsbarkeiten mit 25-jährigem und 40-jährigem Dienstjubiläum.

Minister Hahn würdigte die wichtige Funktion von ehrenamtlichen Richtern innerhalb der Justiz. „Der Einsatz von ehrenamtlichen Richterinnen und Richtern fördert nicht nur das Verständnis für die Tätigkeit der Rechtsprechung in der Öffentlichkeit. Die ehrenamtlichen Richter nehmen auch eine wichtige Plausibilitäts- und Verständlichkeitskontrolle vor. Jede gerichtliche Entscheidung muss für den betroffenen Bürger verständlich und nachvollziehbar sein, um auf Akzeptanz zu stoßen. Dadurch nehmen die ehrenamtlichen Richter, die den ausgebildeten Berufsrichtern gleichberechtigt zur Seite stehen, in der Justiz eine wichtige Mittlerrolle zwischen Staat und Bevölkerung ein“, erläuterte Minister Hahn.

Die hessische Justiz erfährt in allen Gerichtszweigen wichtige Unterstützung durch ehrenamtlich tätige Richterinnen und Richter. Mit den Berufsrichtern befinden die ehrenamtlichen Richter über die Wirksamkeit von Kündigungen im Arbeitsrecht oder wirken an handelsrechtlichen Entscheidungen der Landgerichte mit. In diesen Kammern für Handelssachen vermitteln die ehrenamtlichen Richter den Berufsrichtern Wissen zu Handelsbräuchen; 281 Kaufleute sind als Handelsrichter ehrenamtlich tätig. In der Arbeitsgerichtsbarkeit sind gegenwärtig 2.413 ehrenamtliche Richterinnen und Richter berufen, in der Sozialgerichtsbarkeit sind es 1.555, in der Verwaltungsgerichtsbarkeit 958, in der Finanzgerichtsbarkeit 217 und bei Landwirtschaftsgerichten 168. In diesem Kontext ist auch auf die Tätigkeit der Schöffen in der Strafgerichtsbarkeit hinzuweisen, die ebenfalls als ehrenamtliche Richter mit den Berufsrichtern über Schuld oder Unschuld der Angeklagten befinden. Derzeit sind über 2.500 Schöffen bei den Amts- und Landgerichten ernannt.

„Unser demokratisches Gemeinwesen ist auf Bürger angewiesen, die Engagement und Eigeninitiative zeigen und die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Die heute Geehrten haben diese Eigenschaften besonders eindrucksvoll unter Beweis gestellt“, hob der Minister abschließend hervor und bedankte sich nochmals bei den Anwesenden.

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