Satellitendaten für die Einsatzplanung

23. Januar 2013 | Themenbereich: Bevölkerungsschutz | Drucken

Staatssekretärin Rogall-Grothe bei der Übergabe des Kooperationsvertrages + Kooperationsvertrag für das Zentrum für satellitengestützte Kriseninformation Quelle: DLR

Das Bundesinnenministerium und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben heute den offiziellen Startschuss für eine innovative Zusammenarbeit gegeben, um im Einsatzfall Hilfskräften den besseren Zugriff auf satellitengestützte Kartenprodukte zu ermöglichen. Über einen Kooperationsvertrag geht das bisher als Forschungsprojekt betriebene Zentrum für satellitengestützte Kriseninformation (ZKI) zunächst für die Dauer von vier Jahren in den operativen Dienst für Behörden. Zu den Aufgaben der seit 2004 etablierten Service-Einrichtung gehört u.a. die Bereitstellung von hochaktuellen Satellitenbildkarten.

Satellitenbilder können im akuten Krisenfall wichtige Informationen über die Lage vor Ort liefern. Nach einem Erdbeben oder einer Flutkatastrophe sind sie oft die einzigen Quellen, die schnell einen aktuellen Überblick über ein Schadensgebiet liefern können. Einen besonderen Mehrwert bietet die Verknüpfung von Erdbeobachtungsdaten mit anderen Sachinformationen, um beispielsweise Auskunft darüber zu bekommen, welche Straßen in einem Überflutungsgebiet noch befahrbar sind und welche Flächen unter Wasser stehen.

„“Satellitengestützte Karten können Risikoquellen aufzeigen, logistische Planungen vereinfachen und so schnelle Reaktionen der Helfer ermöglichen. Eine passgenaue Planung ist lebenswichtig für die betroffene Bevölkerung, denn im Krisenfall ist Zeit das wichtigste Gut. Durch die Kooperation mit dem ZKI wollen wir für unsere Einsatzkräfte Zeit gewinnen und eine moderne und leistungsfähige Einsatzplanung unterstützen““, erklärt Staatssekretärin Cornelia Rogall-Grothe.

Im ZKI stehen Mitarbeiter rund um die Uhr für die Beschaffung, Aufbereitung und Analyse von Satellitendaten bereit – nicht nur zur Unterstützung des Notfallmanagements nach zivilen Krisen, sondern auch für die Vorsorge und Nachbereitung von Krisenereignissen sowie zur Unterstützung öffentlicher Verwaltungsaufgaben, etwa der Vorbereitung von Großereignissen.

„“Zivile Erdbeobachtungssatelliten, wie unsere Radarsatelliten TerraSAR-X und TanDEM-X liefern kontinuierlich Daten in einer Qualität, die ganz neue Anwendungen ermöglicht. So lassen sich Ölfilme auf dem Meer, Überflutungsflächen, Hangrutschungen und Gebäudeschäden aus dem All kartieren. Das ZKI erschließt diese Fähigkeiten für Einrichtungen, wie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, das Technische Hilfswerk und das Deutsche Rote Kreuz““, so Prof. Dr. Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender des DLR.

Nutzer des Rahmenvertrags zwischen dem Bundesinnenministerium und dem DLR sind Bundesbehörden, Lagezentren sowie Hilfsorganisationen. Die Kooperation ist auch für die Beteiligung weiterer Organisationen offen. Als erste Institution ist bereits das Deutsche Rote Kreuz beigetreten.

 

Quelle: BMI

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