Waffenbesitz in Bayern weiter rückläufig

22. Januar 2013 | Themenbereich: Bayern, Innere Sicherheit | Drucken

Innenminister Joachim Herrmann hat heute im Bayerischen Landeskriminalamt in München die aktuelle Waffenstatistik vorgestellt. Danach gab es zum Abfragestichtag 31.12.2012 in Bayern 288.057 Waffenbesitzer mit rund 1,15 Millionen Schusswaffen. Das waren rund 7.000 Personen und 50.000 Schusswaffen weniger als bei der letzten Erhebung Ende 2010. „Der Waffenbesitz in Bayern ist somit weiter rückläufig“, so Herrmann. „Ein Grund ist, dass die bayerischen Waffenbehörden auch 2011 und 2012 konsequent von den Waffenbesitzern Nachweise zur sicheren Aufbewahrung eingefordert und auch stichprobenartig vor Ort kontrolliert haben. Oftmals gaben vor allem Besitzer von Erb- und Altbesitzwaffen daraufhin ihre Waffen freiwillig ab.“ Sehr deutlich ist der Rückgang im Vergleich zum Waffenbesitz noch im April 2009, also vor der letzten Waffenrechtsänderung mit ihrer Amnestieregelung. Damals waren in Bayern rund 367.000 Personen mit 1,42 Millionen legalen Schusswaffen registriert. Der Innenminister: „Seit April 2009 hat sich die Zahl der Waffeninhaber und Schusswaffen in Bayern um rund 20 Prozent verringert. Das ist eine beachtliche Bilanz.“

Beeindruckend sind auch die Zahlen der beim Landeskriminalamt von Anfang 2010 bis Ende 2012 vernichteten Waffen. So wurden insgesamt 69.966 erlaubnispflichtige Schusswaffen vernichtet, von denen 82 Prozent legal waren. Zählt man noch erlaubnisfreie Schusswaffen wie Luftgewehre hinzu, hat das Landeskriminalamt insgesamt 94.958 Waffen und 28 Tonnen Munition vernichtet. Herrmann: „Die Zahl der in den vergangenen drei Jahren vom Landeskriminalamt vernichteten Schusswaffen ist nach wie vor hoch. Das zeigt ein Vergleich zum Jahr 2008. Damals wurden nur 7.945 Schusswaffen vernichtet.“ Auch die Zahl der bei den bayerischen Waffenbehörden abgegebenen Schusswaffen bleibt auf hohem Niveau: So wurden allein bei ihnen im Zeitraum vom 1. Januar 2010 bis 31. Dezember 2012 insgesamt 64.986 Schusswaffen und rund 16,8 Tonnen Munition abgegeben.

Nach Einschätzung von Herrmann werde die Zahl der Waffenbesitzer auch in den kommenden Jahren weiter zurückgehen. Das liege daran, dass erwartungsgemäß viele Altbesitzwaffen in den nächsten Jahren vererbt würden. Sind die Erben nicht selbst Jäger oder Sportschützen, scheuen sie oft den Aufwand für die sichere Aufbewahrung und das zusätzlich erforderliche Blockieren der Waffen durch einen Büchsenmacher. Herrmann appellierte generell an alle Waffenbesitzer zu prüfen, ob sie ihre Waffen weiter benötigen: „Sie können ihre Waffen bei den Waffenbehörden problemlos abgeben. Es gibt keine einfachere und bessere Möglichkeit, sich von nicht mehr benötigten Waffen zu trennen. Und sie können sicher sein, dass die Waffen nicht in falsche Hände geraten.“

Den schnellen Überblick über den Waffenbesitz in Bayern ermöglicht das Nationale Waffenregister, das zum 1. Januar 2013 gestartet ist. Anstatt die Zahl der legalen Waffen und ihre Inhaber bei allen 96 bayerischen Waffenbehörden einzeln abzufragen, findet eine schnelle elektronische Recherche statt. Daneben ist das Nationale Waffenregister vor allem auch für die Sicherheitsbehörden von großer Bedeutung. So können die Sicherheitsbehörden bei einem Einsatz zu jeder Tages- und Nachtzeit prüfen, ob jemand eine Schusswaffe rechtmäßig besitzt. Auch kann schnell bei einem Angehörigen der extremistischen Szene geklärt werden, ob er rechtmäßig im Besitz einer Schusswaffe ist und die Waffenbehörde gegebenenfalls die Waffenerlaubnis widerrufen muss. Wichtigstes Ziel des Nationalen Waffenregisters ist es jedoch, den Weg einer Schusswaffe ab ihrer Herstellung beziehungsweise ab dem Import lückenlos nachzuverfolgen. Damit erschwert das Waffenregister ein ‚Abgleiten‘ in die Illegalität und trägt damit dazu bei, den Bestand auch illegaler Schusswaffen zu reduzieren.

 

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