Nazi-Musikszene geschwächt

16. Januar 2013 | Themenbereich: Innere Sicherheit, Rechtsextremismus, Sachsen | Drucken

Die Anzahl der rechtsextremistischen Konzerte im Freistaat Sachsen ist erstmals seit 2003 deutlich gesunken. Wurden 2011 noch 45 solcher Veranstaltungen geplant, so waren es im zurückliegenden Jahr nur noch 30 (vorläufige Angabe). Von diesen wurden 26 durchgeführt – 16 Veranstaltungen weniger als im Vorjahr. Vier Konzerte verhinderten die Behörden bereits im Vorfeld.

Eine Ursache für den Rückgang 2012 ist in der Schließung der Gaststätte „Zur Deutschen Eiche“ Ende April 2012 in Rothenburg, Ortsteil Geheege zu sehen. Dadurch hat die rechtsextremistische Szene eines ihrer wichtigsten Veranstaltungsobjekte in Sachsen verloren.

Das Lokal rückte erstmals mit einer NPD-Veranstaltung am 21. März 2009 in den Fokus der Behörden, als dort ein so genannter „Vortrags- und Musikalischer Abend“ stattfand. Die Gaststätte „Zur Deutschen Eiche“ entwickelte sich danach zum bisher bedeutendsten Szene-Objekt in Sachsen, in dem rechtsextremistische Konzerte stattfanden. Von März 2009 bis Ende April 2012 wurden insgesamt 39 dort geplante rechtsextremistische Konzerte bekannt, von denen 35 Veranstaltungen durchgeführt wurden. Die Polizei löste zwei Konzerte vorzeitig auf und verhinderte zwei geplante Veranstaltungen im Vorfeld.

Die Mehrzahl der rechtsextremistischen Konzerte (über 90 %) war auch 2012 in so genannten Szene-Objekten geplant, welche bei rechtsextremistischen Konzerten in Sachsen seit Jahren eine entscheidende Rolle spielen. Neben dem Objekt in Rothenburg, Ortsteil Geheege – dort fanden 2012 bis zur Schließung fünf Konzerte statt – ist auch ein Objekt in Torgau, Ortsteil Staupitz zu nennen. In diesem wurden neun rechtsextremistische Konzerte durchgeführt.

Die durchschnittliche Teilnehmerzahl bei rechtsextremistischen Konzerten in Sachsen ist 2012 gegenüber dem Vorjahr deutlich auf 150 gesunken (2011: 190). Sie bewegt sich damit leicht unter dem langjährigen Durchschnittswert von etwa 160.

Innenminister Markus Ulbig: „ Konzerte sind für die rechtsextremistische Szene wichtig. Sie dienen als Identifikationsmuster, zur Rekrutierung von Nachwuchs und fördern den Zusammenhalt. Der deutliche Rückgang des rechtsextremistischen Konzertgeschehens ist ein Erfolg und bedeutet eine Schwächung der hiesigen Szene.“

 

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