Luftfrachtsicherheit wichtig für den Wirtschaftsstandort Deutschland

15. Januar 2013 | Themenbereich: Security | Drucken

Die Sicherheit der Luftfracht war das Thema des 2. Parlamentarischen Abends der Nürnberger Wach- und Schließgesellschaft (NWS). Bereits Mitte Dezember 2012 nahmen knapp 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik die Veranstaltung in der Bayerischen Landesvertretung zu Berlin wahr. Unter ihnen Dr. Andreas Scheuer, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS), und Stephan Mayer, CSU-Abgeordneter und Mitglied im Innenausschuss des Deutschen Bundestages. Das Thema erfährt in 2013 eine besondere Bedeutung – auch private Sicherheitsdienstleister -, da am 25. März die seit April 2010 laufende Übergangsfrist für die Zertifizierung zum „Bekannten Versender“ abläuft. „Mit diesem Zertifikat versichern Hersteller, dass ihre Luftfracht keine verbotenen oder gefährlichen Stoffe beinhalten. Es spart Zeit und Geld, da die Fracht vor Abfertigung nicht mehr kontrolliert werden muss“, so Gerhard Ameis, NWS-Geschäftsführer.

Das Zertifizierungsverfahren werde vom Luftfahrtbundesamt (LBA), Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des BMVBS, durchgeführt und gestalte sich zurzeit schleppend. Bisher seien weniger als 1.000 von geschätzten 40.000 betroffenen Unternehmen zertifiziert. „Da das Verfahren sehr umfangreich ist und komplexe Anforderungen an das Sicherheitskonzept der Hersteller stellt, könnten private Sicherheitsdienstleister unterstützen“, so Ameis weiter. Dienstleister, wie die 1902 gegründete Nürnberger Wach- und Schließgesellschaft, verfügten über langjährige Erfahrungen und Kompetenzen auf dem Gebiet der Luftsicherheit.

Die Teilnahme von Dr. Andreas Scheuer, Parlamentarischer Staatssekretär beim BMVBS, und Stephan Mayer, CSU-Abgeordneter und Mitglied im Innenausschuss des Deutschen Bundestages, unterstrich die Bedeutung dieses Themas. Luftfracht und ihre Sicherheit sei für den Wirtschaftsstandort Deutschland wichtig. „Obwohl Luftfracht nur ein Prozent am Güter- und Warenverkehr hält, liegt derWarenwert bei circa 40 Prozent“, so Dr. Scheuer. Laut ADV (Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen) wurden bundesweit im November 2012 knapp 387.000 Tonnen Luftfracht umgeschlagen. Für 2011 verzeichnet das Statistische Bundesamt über vier Millionen Tonnen Luftfracht in Deutschland. Davon allein in Bayern über 300.000 Tonnen. Die bayerischen Standorte belegten 2011 Platz 4 im Ranking der Bundesländer; unangefochten belegt Hessen Platz 1.

Neben dem Parlamentarische Staatssekretär referierten Harald Zielinski, Leiter Sicherheit und Umweltmanagement der Lufthansa Cargo, und Dr. Harald Olschok, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Sicherheitswirtschaft (BDSW).

Das Thema Sicherheit von Luftfracht sei im Vergleich zu der von Passagieren deutlich komplexer. Dies sei schon allein auf die Art der zu transportierenden Waren zurückzuführen. Personen- und Gepäckkontrollen könne man mit einer Kombination aus modernster Technik und qualifiziertem Personal nahezu optimal organisieren. Doch auf eine Fracht von 2 Tonnen Schrauben sei das System der Passage nicht übertragbar. Die müsse man gegebenenfalls dann vollständig auslegen, um eine Gefährdung ausschließen zu können, hob Harald Zielinski hervor. Es bliebe angesichts des Zeitfensters spannend, wie viele Luftfrachtunternehmen beziehungsweise Speditionen „Bekannter Versender“ werden.

Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Sicherheitswirtschaft (BDSW), Dr. Harald Olschok, stellte darauf ab, dass private Sicherheitsdienstleister täglich und bundesweit mit circa 15.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Rahmen der Luftsicherheitsgesetzgebung im Einsatz sind. Dabei trügen sie wesentlich zu mehr subjektiver und objektiver Sicherheit bei. Die Kapazitäten und Kompetenzen der privaten Sicherheitswirtschaft stünden auch für den Bereich der Luftfrachtsicherheit zur Verfügung.

 

 

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