Zahl der Drogentoten weiter gesunken

10. Januar 2013 | Themenbereich: Baden-Württemberg, Innere Sicherheit | Drucken

Der rückläufige Trend bei den Drogenopfern hat sich auch 2012 fortgesetzt. Nach der vorläufigen Bilanz des Innenministeriums wurden landesweit 121 (2011: 139) Drogentote ermittelt – der niedrigste Stand seit 1989. „Ich bin sehr froh darüber, dass im vergangenen Jahr erneut weniger Menschen ihre Sucht mit Ihrem Leben bezahlen mussten“, sagte Innenminister Reinhold Gall in Stuttgart. Seit dem Höchststand im Jahr 2000 mit 287 Drogentoten hat sich deren Zahl weit mehr als halbiert.

Das bedeute aber keinesfalls Entwarnung. Mit großer Sorge betrachtet der Minister die zunehmende Beliebtheit der neuen psychoaktiven Substanzen (Designerdrogen), auch „Legal Highs“ genannt, die im vergangenen Jahr drei (2011: ein) Todesopfer gefordert haben. „Die Unberechenbarkeit und die gesundheitlichen Risiken dieser Drogen werden besonders bei jungen Konsumenten massiv unterschätzt“, betonte Gall und verwies dabei auf einen besonders tragischen Todesfall eines 16-jährigen Schülers. Unter Einfluss eines synthetischen Cannabinoids legte sich der Jugendliche auf ein Bahngleis und ließ sich von einem herannahenden Zug überrollen.

Um dieser Entwicklung entgegenzutreten seien gesetzgeberische Maßnahmen allein nicht ausreichend, vielmehr müsse beharrlich über die Gefahren der vermeintlich harmlosen Drogen aufgeklärt und das Bewusstsein junger Menschen dafür gestärkt werden. „Mein Ziel ist, dass unsere Kinder und Jugendlichen im entscheidenden Moment „Nein“ zu Drogen sagen“, hob der Innenminister hervor. Die Polizei wolle dabei mit Kommunen, Suchthilfeeinrichtungen, Schulen, Vereinen, Suchtbeauftragten und Eltern an einem Strang ziehen.

Die dominierende Todesursache war 2012 nach wie vor der Missbrauch von Heroin. Allein 50 (2011: 70) Fälle standen im Zusammenhang mit dem Konsum dieser harten Droge, häufig in Kombination mit Medikamenten, Alkohol oder anderen Rauschgiften. „Sorge bereitet mir aber auch der sorglose Umgang mit sogenanntem Liquid Ecstasy“, sagte Reinhold Gall. Fünf (2011: sechs) Opfer mussten 2012 im Zusammenhang mit dem Konsum dieses synthetischen Lösungsmittels registriert werden. Immer wieder werden Personen nach dem Konsum der Droge in lebensbedrohlichem Zustand in Krankenhäuser eingeliefert. Bei Liquid Ecstasy handle es sich um eine geruchs- und farblose chemische Substanz, die häufig Getränken beigemischt werde und bereits bei leichter Überdosierung zu Bewusstlosigkeit, Gedächtnisverlust und Atemlähmung führen könne.

Bei der Bilanz auffällig sei das nochmals deutlich angestiegene Durchschnittsalter der Rauschgifttoten auf nun über 36 (2011: 34) Jahre. „44 Opfer, also über ein Drittel, sind nach mehr als zehnjährigem Drogenmissbrauch verstorben“, führte der Minister weiter aus. Erfreulich sei die rückläufige Zahl von Rauschgifttodesfällen (von 35 auf 21) bei Spätaussiedlern. Ein Blick auf die regionale Verteilung: Die meisten Drogentoten im Jahr 2012 habe die Polizei mit zwölf Opfern (2011: sieben) in der Landeshauptstadt Stuttgart erfasst, gefolgt von Mannheim mit elf (2011: 14) und Freiburg mit zehn Opfern (2011: sechs). In sieben Landkreisen gab es 2012 keine Drogenopfer zu beklagen.

Bei der Prävention setzt die Polizei auch auf die frisch überarbeitete und unter neuem Titel erschienene Broschüre „Risiko Drogen“, mit der vor allem Pädagogen, Erzieher und Ausbilder, die im unmittelbaren Kontakt zu jungen Menschen stehen, authentisch über Risiken und Folgen des Konsums von legalen und illegalen Suchtmitteln informieren können. Die Broschüre kann unter www.polizei-bw.de heruntergeladen oder direkt beim Landeskriminalamt Baden-Württemberg (praevention@polizei.bwl.de) bestellt werden.

 

Quelle: Innenministerium Baden-Württemberg

 

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