„Unfallfolgen werden ungeschminkt vor Auen geführt“

9. Januar 2013 | Themenbereich: Mecklenburg-Vorp., Verkehr | Drucken

Sie sind jung und fühlen sich unverwundbar. Junge Autofahrer, die gerade den Führerschein gemacht haben, unterschätzen in der Regel Gefahren und überschätzen die eigenen Fähigkeiten.

Heute eröffnete der Innenminister Mecklenburg-Vorpommerns Lorenz Caffier in der Beruflichen Schule für Wirtschaft und Verwaltung in Schwerin das neue Präventionsprogramm „Crash Kurs MV“. Das Präventionsprojekt der Landespolizei und der Verkehrssicherheitskommission Mecklenburg-Vorpommerns soll Schülerinnen und Schüler darin unterstützen ihre Kompetenzen als Verkehrsteilnehmer zu festigen und zu erweitern.

„Mangelnde praktische Erfahrungen, hohe Risikobereitschaft, starkes emotionales Erleben und vor allem die Überschätzung des eigenen Fahrvermögens können bei jungen Fahrern zu sehr gefährlichen Fehlentscheidungen führen und sind häufig Ursache für schwere Verkehrsunfälle“, sagte Innenminister Lorenz Caffier im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung.

Während der Anteil der 18-24-jährigen an der Bevölkerung Mecklenburg-Vorpommerns 7,4 Prozent beträgt, verursachte diese Altersgruppe über 16 Prozent der Verkehrsunfälle mit Personenschaden. Auf den Straßen Mecklenburg-Vorpommerns starben 2012 insgesamt 11 junge Frauen und Männer infolge eines Unfalls.

Der Präsident der Landesverkehrswacht, MdB Hans-Joachim Hacker, erläuterte bei der Auftaktveranstaltung die Entstehung des Präventionsprojektes und stellte die Inhalte dar.

In Nordrhein-Westfalen ging das Programm Crash Kurs NRW bereits 2010 an den Start und wurde bis 2012 im gesamten Land eingeführt, um möglichst alle Schülerinnen und Schüler zu erreichen.

Durch emotionale Bilder und erschreckende Geschichten sollen die jungen Fahranfängerinnen und Fahranfänger aufgerüttelt werden. So wird den Zuschauern eindringlich klargemacht, dass innerhalb weniger Sekunden alle Lebensträume zerplatzen können.

In Mecklenburg-Vorpommern wurden in den Polizeipräsidien Neubrandenburg und Rostock Teams aus behördlichen und nichtbehördlichen Akteuren eingerichtet, die im Vorfeld gesondert geschult wurden. Polizei und Feuerwehr, sowie Notfallmediziner und Seelsorger aber auch Angehörige von Unfallopfern berichten den Schülerinnen und Schülern, was sie erlebt haben, wie sie sich gefühlt haben und welche Belastungen durch einen Unfall entstehen können.

Jede Veranstaltung dauert ca. 90 Minuten und wird auch im Nachhinein von Lehrkräften im Unterricht begleitet. Das Präventionsprojekt ist auf mehrere Jahre angelegt und startet im Jahr 2013 mit zunächst acht Veranstaltungen im gesamten Land, die für die teilnehmenden Schulen kostenlos sind. Finanzielle Unterstützung erhält das Präventionsprogramm vom Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung Mecklenburg-Vorpommern. Die Koordinierung und Vorbereitung der einzelnen Veranstaltungen erfolgt über das Landeskriminalamt M-V.

„Prävention ist Kernaufgabe der Polizei. Ich freue ich mich deshalb, dass wir dieses Projekt gemeinsam mit der Landesverkehrswacht und den anderen Partnern in Mecklenburg-Vorpommern durchführen können. Den Jugendlichen unseres Landes werden ungeschminkt die Folgen schwerer Verkehrsunfälle verdeutlicht“, sagte Innenminister Caffier abschließend.

Im Anschluss der Auftaktveranstaltung berichtete Herr Polizeioberrat Uwe Ganz vom Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei Nordrhein-Westfalen über Erfahrungen aus seinem Bundesland.

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