Tarifverhandlungen für Sicherheitsdienste gescheitert – nun drohen Streiks

19. Dezember 2012 | Themenbereich: Security | Drucken

Die Tarifverhandlungen zum Abschluss eines neuen Lohntarifvertrages für die fast 35.000 Beschäftigten im nordrhein-westfälischen Sicherheitsgewerbe zwischen dem Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) und der Gewerkschaft ver.di sind am

18. Dezember 2012 in Ratingen gescheitert. „Es war heute von Anfang an erkennbar gewesen“, so der Vorsitzende der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen des BDSW und Verhandlungsführer, Gunnar Vielhaack, „dass ver.di an keiner Einigung interessiert war. Dies ist unverantwortlich und hat mit seriösen Tarifverhandlungen nichts mehr zu tun.“ Den Vorschlag der Arbeitgeber, den Landesschlichter anzurufen, hat ver.di abgelehnt. „Das macht man nur, wenn man auf Streik aus ist“, so Vielhaack.

Der BDSW hatte in den beiden Tarifverhandlungen ein differenziertes Angebot für die fast 30 Lohngruppen in NRW abgegeben. Dieses reichte von einem Plus von 4,9 Prozent bei den einfachen Mindestlohn-Tätigkeiten, in der die Masse der Beschäftigten eingruppiert ist, bis zu 12,2 (!) Prozent bei Sicherheitskräften in der Personen- und Warenkontrolle an den Verkehrsflughäfen. Für die unterste Lohngruppe hätte dies zu einem monatlichen Lohnzuwachs von mehr als 100 Euro auf ca. 2.300 Euro geführt. Für die Sicherheitskontrollkräfte an Verkehrsflughäfen, die bereits in der letzten Woche gestreikt hatten, wurden Lohnerhöhungen von 9,22 Prozent auf 13,50 Euro pro Stunde angeboten. Dieses „unseren Kunden und Mitgliedern eigentlich nicht vermittelbare Angebot“ (Vielhaack) lehnte ver.di als „inakzeptabel“ ab.

Der Landesgruppenvorsitzende in Nordrhein-Westfalen zeigt sich enttäuscht über die Verhandlungsstrategie von ver.di. Nun droht die Gefahr, dass die Gewerkschaft ver.di über Streiks an Verkehrsflughäfen den Druck auf den BDSW erhöht. Eine massive Störung für die Fluggäste in Nordrhein-Westfalen kann in den nächsten Wochen nicht ausgeschlossen werden. „Wir glauben nicht“, so Vielhaack abschließend, „dass die Fluggesellschaften, die Flughäfen und vor allem die Fluggäste Verständnis dafür haben, wenn trotz eines Lohnangebots von 9,22 Prozent die Kontrollkräfte streiken“.

 

 

 

 

1 Kommentar
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  1. wenn verdi mal in den neuen bundesländern so engagiert wäre…. was sind denn 7.50???

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