Was erwartet uns 2013?

17. Dezember 2012 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

Alle Jahre wieder wirft man zum Jahresende einen Blick auf das ablaufende Jahr, atmet tief durch und fragt sich: Was war das nur wieder für ein Jahr?

Die Arbeitsbelastung wächst dank ständig neuer Aufgaben und einem kontinuierlich kleiner werdenden Personalkörper stetig. In vielen Ländern ist dazu die Kriminalpolizei hoffnungslos überaltert und dort, wo eingestellt werden soll, stellt man fest, dass die Bewerberzahlen für die Polizei deutlich rückläufig sind. Die Politiker dieses Landes haben es doch mit ihren ständigen Einsparungen und Kürzungen von Gehalt und Sozialleistungen tatsächlich geschafft, den (Traum)Beruf des Schutz-, Wasserschutz- oder Kriminalpolizisten immer unattraktiver für junge Menschen zu machen. Für die Kripo ist darüber hinaus ein ganz schwerwiegender Grund dafür, warum sich immer weniger Interessierte bewerben, dass die jungen Abiturienten ihren Traumberuf in vielen Ländern gar nicht ergreifen können, weil man dort über Jahre ohne Perspektive in der Bereitschaftspolizei verschwinden würde. Das wollen viele aber nun mal nicht. Der BDK wird auch im neuen Jahr nicht müde werden, den verantwortlichen Politikern die Augen zu öffnen, dass sie mit dem „Modell Einheitspolizist“ über kurz oder lang – bei der rasanten Entwicklung der Kriminalitätsformen eher kurz – Schiffbruch erleiden werden.

Außer uns sind es die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes, die unter den Fehlentwicklungen leiden. Die Innere Sicherheit ist nicht alles, gerade die Felder Soziales, Familie und Bildung sind wesentliche Faktoren, bei denen weitere Kürzungen unverantwortlich sind. Aber ohne die Innere Sicherheit ist alles nichts. Die Aufrechterhaltung der Inneren Sicherheit ist das Rückgrat dieser Gesellschaft. Und Innere Sicherheit hat eben ihren Preis. Bei der Abwägung von der Notwendigkeit zu Haushaltskonsolidierungen und Gewährleistung der Inneren Sicherheit sollten die Regierungen nicht unnötig Experimente mit der Motivation der Polizisten betreiben. Davor kann man nur warnen.

Die Herausforderungen an den BDK werden auch 2013 weiter wachsen. Personalratswahlen werden stattfinden, die es wie in 2012 erfolgreich zu bestreiten gilt, und bereits im Januar findet der Auftakt zur Tarifrunde für die Länder (TVL) statt. Auch da werden wir aktiv gefordert sein. Der BDK ist aber im Bund und in den Ländern stark aufgestellt und wächst stetig. Wir werden uns diesen Herausforderungen stellen und gemeinsam erfolgreich sein.

Ich möchte an dieser Stelle allen Kolleginnen und Kollegen, Beamte wie Tarifbeschäftigte, für ihre engagierte und aufopferungsvolle Arbeit für die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes herzlich danken. Sie sind die Garanten der Inneren Sicherheit. Und sie sind es, die seitens der Politik mehr Unterstützung und Anerkennung verdient haben. Was sie nicht verdient haben ist, wie seitens der politisch Verantwortlichen mit ihnen umgegangen wird. Das hat mit Wertschätzung und auch mit Fürsorge oftmals nur noch wenig zu tun.

Ich wünsche euch und euren Angehörigen besinnliche und auch erholsame Weihnachtstage, einen guten Rutsch in das neue Jahr und alles erdenklich Gute im privaten und im beruflichen Bereich!

André Schulz

Bundesvorsitzender

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