„Lachen Helfen e. V.“

17. Dezember 2012 | Themenbereich: Aktuell | Drucken

Eine Privatinitiative deutscher Soldaten und Polizisten für Kinder in Kriegs- und Krisengebieten

Das Schicksal von traumatisierten, verwundeten oder elternlosen Kindern berührte Soldaten der Bundeswehr in Kroatien und Bosnien immens. So wurde 1996 die Idee zu einer privat organisierten humanitären Hilfe im Einsatzgebiet ins Leben gerufen.

Die zunächst spontane Hilfe brachte den Kindern das Lachen zurück und dem neu gegründeten Verein seinen Namen: „Lachen Helfen e. V.“. Erstmals rückte der Verein in das Bewusstsein deutscher Polizisten, als er einen Großteil der Spendengelder für den Bau der Mario-Keller-Schule in Afghanistan aufbrachte. Diese Schule wurde im Norden Afghanistans zur Erinnerung an den Karlsruher Polizisten Mario Keller erbaut. Bei einem Anschlag nahe Kabul am 15. August 2007 war er mit einem Angehörigen der Bundespolizeiinspektion Karlsruhe Alexander Stoffels, und einem Angehörigen des Bundeskriminalamtes, Jörg Ringel, ums Leben gekommen.

Als erster Polizist im Vorstand des Vereins bemühte sich Bernhard Lohner 2008 – zum Zeitpunkt des Anschlags Leiter der Bundespolizeiinspektion Karlsruhe – um Spendengelder für die Schule. Viele Polizisten schlossen sich in den nächsten Jahren dem Verein an. Der Präsident der Bundespolizeidirektion Stuttgart, Peter Holzem, sowie Uwe Mainz von der Polizei Nordrhein-Westfalen traten dem erweiterten Vorstand bei. Das positive Signal an die Polizei, das von der Unterstützung der Finanzierung der nach einem deutschen Polizisten benannten Schule in Afghanistan ausging, und die Erkenntnis, wie gut und eng die Kooperation zwischen Bundeswehr und Polizei im Rahmen von Auslandseinsätzen ist, führte 2009 zu dem Entschluss, die Polizei auch organisatorisch in den Verein zu integrieren.

Seitdem ist „Lachen Helfen e. V.“ nicht nur eine Initiative deutscher Soldaten, sondern eine „Initiative deutscher Soldaten und Polizisten für Kinder in Kriegs- und Krisengebieten“. Ganz im Sinne des Prinzips der vernetzten Sicherheitspolitik kann der Verein die Steuerung seiner Hilfsprojekte nun noch breiter und effizienter realisieren. Im Einsatzgebiet der Bundeswehr und der deutschen Polizisten in Afghanistan engagiert sich „Lachen Helfen e. V.“ vor allem in Schulen und sogenannten Basic Health Centern.

In einem Land mit vielen Analphabeten sind Investitionen in Bildung und medizinische Einrichtungen die beste Armutsprävention und die beste Vorsorge gegen Fanatismus, Terrorismus und Gewalt.

Für 2012 sind 30.000 Euro für die Schulbausanierung/Char Shanba Tapa School, 170.000 Euro für weitere Großprojekte und 30.000 Euro für kleinere Projekte vorgesehen. Je mehr Polizisten und auch Bürger von dem Verein „Lachen Helfen e. V.“ erfahren und sich engagieren, desto mehr Kindern in Krisen- und Kriegsgebieten kann geholfen werden. Vereinsmitglieder, die vor Ort tätig sind, erhalten schnelle und unbürokratische Hilfe, wenn sie mit der Not von Kindern konfrontiert werden. Damit der Verein das leisten kann, benötigt er vor allem Spendengelder. Wer also nicht direkt mit anpacken kann, aber helfen möchte, kann dies – auch als Nichtmitglied – mit einer Geldspende tun.

Mit der humanitären Unterstützung verknüpft „Lachen Helfen e. V.“ auch noch eine ganz besondere Hoffnung – dass die deutschen Soldaten und Polizisten, die oftmals unter schwierigsten Umständen Sicherheit schaffen und Wiederaufbauhilfe leisten, irgendwann nicht mehr nur als Besatzer geduldet, sondern als Partner betrachtet werden.

Kontakt: www.lachen-helfen.de ; verein@lachen-helfen.de

 

Bernhard Lohner

Mario Schulz

Quelle: Bundespolizei

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