„Fankultur“ für alle – Gewalt hat beim Fußball nichts verloren

12. Dezember 2012 | Themenbereich: Sachsen | Drucken

Innenminister Markus Ulbig: „ Ich begrüße die heutige Entscheidung der Mitgliederversammlung des Ligaverbandes zur Verbesserung der Sicherheit bei Fußballspielen. Die von den Delegierten mit großer Mehrheit beschlossenen Anträge weisen in die richtige Richtung und müssen vom DFB und DFL sowie den Vereinen konsequent umgesetzt werden. Eines ist klar, der Prozess muss weitergehen. Fußball ist eine der schönsten Nebensachen der Welt. Es ist ein Sport der die ganze Familie begeistert. Ich will, dass man zukünftig in ein Stadion gehen kann, ohne zu befürchten durch Pyrotechnik verletzt zu werden oder in Schlägereien zu geraten. Daran arbeiten wir alle gemeinsam: Polizei, Behörden, Vereine und nicht zuletzt die weitüberwiegende Masse der wirklichen und friedlichen Fans. Das ist die beste Fankultur, die es gibt.“

Gewalt beim Fußball ist entgegen der öffentlichen Wahrnehmung aber nicht nur ein Problem sächsischer Vereine oder der östlichen Bundesländern. Es ist ein gesamtdeutsches Problem. Die jetzige Entscheidung über ein neues Sicherheitskonzept der Deutschen Fußball-Liga war daher überfällig.

Die auch viel diskutierte Pyrotechnik ist und bleibt im Stadion verboten. Eine kreative um Choreographien bemühte Fanszene ist einfallsreich genug, auch ohne Pyrotechnik eine kraftvolle Unterstützung ihres Clubs auf die Beine zu stellen. Pyrotechnik im Stadion ist nicht Fankultur, sondern lebensgefährlich

Immer wieder wird behauptet, dass durch die Sicherheitsmaßnahmen, die „Fankultur“ kaputtgemacht wird. Das Gegenteil ist der Fall. Bei der Diskussion geht es vielmehr darum, die Fankultur zu schützen vor denjenigen, die dem Fußball und ihren Vereinen mit Gewaltorgien massiven Schaden zufügen. Innerhalb der „Fankultur“ muss es einen klaren Konsens gegen Gewalt und gegen den gefährlichen Einsatz von Pyrotechnik geben. Fußballstadien sind kein rechtsfreier Raum.

Innenminister Markus Ulbig: „Es ist für mich unerträglich, wenn in entsprechenden Foren und Fanshops die Gewaltorgien auch und gerade rund um das Pokalspiel in Hannover gefeiert werden und entsprechende Filme kursieren, in denen Ausschreitungen als typische Fankultur gefeiert werden. In der öffentlichen Diskussion auch unter Fußballfans habe ich oft den Eindruck, dass Ursache und Wirkung verwechselt werden. Nicht die Gewalt ist dort das Problem, wie z.B. zuletzt beim Auswärtsspiel von Dynamo in Hannover, sondern das öffentlich darüber gesprochen wird und dass die Mißstände benannt werden. In Fanforen kann man da schnell eine Art Märtyrerhaltung feststellen, nach dem Motto: alle gegen meinen Verein. Das ist die Solidarisierung an der falschen Stelle. Wenn „Fankultur“ eine Art Ermächtigung zu Straftaten darstellen sollte, dann ist es tatsächlich so, dass dem Einhalt geboten werden muss.“

 

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