Deutschland im Fadenkreuz des islamistischen Terrorismus?

12. Dezember 2012 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

Der erste kriminalistische Eindruck des Geschehens um die herrenlose Sporttasche im Bonner Bahnhof ist, dass islamistische Gewalttäter einen Anschlag mit vielen Verletzten und möglicherweise Toten geplant hatten, zumal Ähnlichkeiten zu der Vorgehensweise der zwischenzeitlich verurteilten sog. „Kofferbomber“ aus dem Jahre 2006 erkennbar sind.

Der eine zwischenzeitlich zu lebenslanger Haft verurteilte Täter, Youssef al-Hajdib, hatte in seinen Vernehmungen die damalige öffentliche Präsentation der Mohammed-Karikaturen als Grund für seine terroristische Anschlagsplanung genannt.

„Diese und andere Varianten gilt es zunächst aber, mit allen kriminalistischen Möglichkeiten zu ermitteln und zu analysieren“, gibt der stell. BDK-Bundesvorsitzende Bernd Carstensen zu bedenken, dass Kriminalisten auf der Grundlage der objektiven Feststellungen am Tat- oder Auffindeort zu der Bewertung des möglichen Anschlages kommen und immer auch andere Ermittlungsrichtungen nicht ausschließen dürfen.

Mit Überwachung, Präsenz und Absperrung werden wir die Bundesrepublik Deutschland nicht vor dem nächsten islamistisch terroristischen Anschlag schützen können. Nachdem Al Qaida nicht mehr die ausführende terroristische Gruppierung ist, sondern eher eine vereinende, zum Jihad auffordernde Vision ist und so junge Menschen auch hier in Deutschland erreicht, muss sich die Bekämpfungsstrategie diesen Veränderungen anpassen.

Das wichtigste Instrument der Terrorismusbekämpfung, und das gilt für die Verhinderung von Anschlägen ebenso wie für die Aufklärung politisch motivierter Straftaten, ist die Informationsbeschaffung, -bewertung, die kriminalistische Analyse und professionelle Ermittlung von radikalen und terroristischen Strukturen.

„Die Sicherheitsbehörden, federführend die Polizei, müssen mit entsprechenden rechtlichen Bekämpfungsmöglichkeiten, die auch handhabbar sind, mit wirksamen technischen Möglichkeiten, mit speziell geschultem Fachpersonal und entsprechendem finanziellen Rahmen ausgestattet werden,“ beschreibt der stell. BDK-Chef Bernd Carstensen die erforderlichen Anstrengungen im Kampf gegen den Extremismus und Terrorismus.

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