Sprengstofffund am Bonner Hauptbahnhof erweist sich als zündfähig

11. Dezember 2012 | Themenbereich: Deutsche Polizeigewerkschaft, Interessenvertretungen | Drucken

Die verdächtige Tasche, die gestern am Bonner Hauptbahnhof gefunden wurde und die zu einer stundenlangen Sperrung des Bahnhofs führte, enthielt laut Polizeiangaben tatsächlich Behälter mit zündfähigem Material. Die Suche nach Tatverdächtigen dauert noch an.

DPolG Bundesvorsitzender Rainer Wendt sagte in Berlin: „Der Fund des gefährlichen Sprengsatzes zeigt einmal mehr, dass wir die Aufmerksamkeit gegenüber terroristischen Gefahren in Deutschland nach wie vor hoch halten müssen. Die zwischenzeitliche Ruhe, die nach der konkreten Terrorwarnung vor zwei Jahren eingetreten ist, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass Deutschland pausenlos im Fokus von Extremisten und Terroristen steht. Dass die Bundesanwaltschaft im Bonner Fall nun die Ermittlungen höchstwahrscheinlich übernimmt, ist ein Hinweis auf eine mögliche Gefährdung der inneren Sicherheit in Deutschland.“

Um der Gefahr, die von gewaltbereiten Extremisten ausgeht, wirksam begegnen zu können, fordert die DPolG eine Stärkung der Polizeiarbeit. DPolG Bundesvorstandsmitglied und Landesvorsitzender in Nordrhein-Westfalen Erich Rettinghaus: „Die Polizei braucht für die wirkungsvolle Bekämpfung von geplanten Terroranschlägen dringend die Vorratsdatenspeicherung, die permanente Videoüberwachung von Bahnhöfen und das notwendige Personal bei der Polizei. Dass es bisher zum Glück keinen ‚erfolgreichen‘ Anschlag in Deutschland gab, muss nicht so bleiben. Deshalb müssen einer personell gut aufgestellten Polizei besser heute als morgen die nötigen Instrumente an die Hand gegeben werden.“

Nicht zuletzt müssen Politik, Sicherheitsbehörden und Gesellschaft alle extremistischen Strömungen im Auge behalten. Wendt: „Eine Ausrichtung des Kampfes gegen Extremismus je nach der gerade angesagten medialen und gesellschaftlichen Diskussion darf es nicht geben. Linker, rechter und islamistischer Extremismus stellen grundsätzlich eine Gefahr für unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung dar.“