Zoll Münster deckt Schwarzarbeit auf

7. Dezember 2012 | Themenbereich: Bundespolizei, Nordrhein Westfalen, Zoll | Drucken

Rund 800.000 Euro hinterzogene Steuern und Sozialversicherungsabgaben, zwei Strafverfahren, sechs Beschuldigte und Freiheitsstrafen von insgesamt 12 Jahren und 6 Monaten: das ist das Ergebnis zweier Ermittlungsverfahren der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Hauptzollamts Münster in der Sicherheitsbranche.

Beamte der Kontrolleinheit Prävention des HZA Münster hatten während der Fußball-WM 2010 in der Gastronomie u.a. auch Ordnungskräfte überprüft. Diese sorgten im Auftrag eines münsterschen Sicherheitsunternehmens auch bei Großveranstaltungen für Sicherheit und Ordnung. Nach ersten Erkenntnissen waren weitere Ermittlungen der FKS Münster notwendig, die gemeinsam mit der Steuerfahndung und der Staatsanwaltschaft Münster durchgeführt wurden. Dabei stießen die Behörden auf so genannte „Abdeckrechnungen“. Dadurch konnten die Ordnungskräfte zumeist unter der Hand bezahlt werden, ohne das Steuern und Sozialversicherungsbeiträge entrichtet wurden. Der Schaden, den das münstersche Sicherheitsunternehmen verursachte, belief sich nach den Ermittlungen auf mehr als 130.000 Euro. In der Untersuchungshaft legte der Chef des münsterschen Sicherheitsdienstes ein umfassendes Geständnis ab. Dadurch konnte ein zweites Ermittlungsverfahren durchgeführt werden, das zu einem weiteren Sicherheitsunternehmen in Gelsenkirchen führte. Auch hier gelangten Scheinrechnungen zum Einsatz, um Schwarzlohnzahlungen an Arbeitnehmer zu kaschieren. Der diesmal ermittelte Steuer- und Sozialversicherungsschaden belief sich auf insgesamt rund 650.000 Euro.

Nach Abschluss der gemeinsamen Ermittlungen wurden nach insgesamt 18 Verhandlungstagen in der vergangenen Woche die Urteile beim Landgericht Münster gesprochen. Die Beschuldigten erhielten Freiheitsstrafen, die überwiegend zur Bewährung ausgesetzt wurden. Bei einem Beschuldigten konnte von der FKS Münster Bargeld, Kontoguthaben und ein hochwertiges Kfz im Gesamtwert von über 200.000 Euro sichergestellt werden, das zur teilweisen Wiedergutmachung des Schadens eingesetzt wurde. Gegen den Aussteller der “Abdeckrechnungen“ wurde – auch wegen anderer Vergehen – eine Freiheitsstrafe in Höhe von 3 Jahren und 10 Monaten verhängt.

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