Traumaopfer brauchen Hilfe und Unterstützung

7. Dezember 2012 | Themenbereich: Prävention, Sachsen | Drucken

»Menschen, die in gesellschaftlichen Schutzräumen Misshandlung und Missbrauch erfahren mussten, sind in besonderem Maße gezeichnet und auf spezifische Hilfe und Behandlung angewiesen«, betonte Gesundheitsministerin Christine Clauß anlässlich der heute stattfindenden 5. Fachtagung »Traumanetz Seelische Gesundheit« im Dresdner Hygienemuseum. Es sei daher zu begrüßen, dass im Rahmen der Veranstaltung zahlreiche Experten die gesellschaftlichen und fachlichen Konsequenzen diskutieren, die sich aus der begonnenen gesellschaftlichen Aufarbeitung für den Umgang mit den Betroffenen und für die künftige Prävention ergeben.

Die Ministerin würdigte das Anliegen, Präventionskonzepte zu erarbeiten und die Weiterentwicklung der Versorgungssysteme für Betroffene zu diskutieren. »Die wenigsten Betroffenen schaffen eine persönliche Aufarbeitung allein. Menschen, die Opfer institutioneller Traumatisierungen wurden, benötigen professionelle und sehr oft auch therapeutische Hilfe und Unterstützung«, konstatiert Christine Clauß.

Für die Zukunft sei es daher dringende Aufgabe und gesellschaftliche Verantwortung, aus der Vergangenheit zu lernen. Die Ministerin sieht alle in der Pflicht, »den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Missbrauch und Gewalt zu verbessern und Übergriffe gegenüber Mädchen und Jungen zu verhindern«. Deshalb sei es auch die Intention der sächsischen Kinderschutzpolitik, Kindesmisshandlungen und Kindesmissbrauch möglichst vorbeugend zu verhindern. Dazu gibt es im Freistaat Sachsen inzwischen vielfältige Anstrengungen, Förderungen und praktische Hilfen.

Vor dem Hintergrund der sogenannten »Heimkinderdebatte« in Ost und West und den Ergebnissen des bundesweiten Runden Tisches gegen sexuellen Kindesmissbrauch widmet sich die diesjährige Veranstaltung dem Thema »Trauma und Institution«. Im Fokus der Veranstaltung standen Betroffene, die in ihrer Kindheit oder Jugend ein Trauma durch Missbrauch und Misshandlung in Institutionen erlitten haben, weil sie im Rahmen einer Unterbringung in einem oder in mehreren DDR-Kinderheimen körperlich und psychisch misshandelt worden sind oder sexuellen Missbrauch erfahren mussten.

Der Fachtag steht unter der Schirmherrschaft von Staatsministerin Christine Clauß. Veranstalter der dreitägigen Fachtagung sind das »Traumanetz Seelische Gesundheit« und die Klinik und Poliklinik für Psychotherapie und Psychosomatik am Universitätsklinikum Dresden.

 

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