Schulungskonzept zum Einsatz bei Unfällen mit Elekrofahrzeugen

7. Dezember 2012 | Themenbereich: Baden-Württemberg, Polizei | Drucken

Landes- und Bundesregierung fördern mit Blick auf die Klimaschutzziele die Elektromobilität, im Jahr 2020 sollen bundesweit eine Million Elektrofahrzeuge im täglichen Verkehr unterwegs sein. „Mit den steigenden Zulassungszahlen erhöht sich aber auch das Risiko, dass Elektrofahrzeuge an einem Unfall oder sogar an einem schweren Unfall beteiligt sein können“, sagte Innenminister Reinhold Gall in Stuttgart. Deshalb habe die Projektgruppe „POLIZEI-ONLINE – Notfallkonzeption Elektromobilität“ ein bundesweit einmaliges Schulungsprogramm für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste entwickelt, das auch das richtige Vorgehen bei Unfällen mit Hybrid- und Wasserstofffahrzeugen umfasse.

Zwar seien die Elektrofahrzeuge nach Angaben der Fahrzeugindustrie sicherer als herkömmliche Fahrzeuge. Jedoch würden die neu entwickelten und eingebauten Fahrzeugkomponenten wie die Fahrzeugbatterien oder andere Hochvoltkomponenten ein andersartiges Gefahrenpotenzial bergen, wenn beispielsweise der Kühlkreislauf oder die Hochvoltkabel beschädigt werden. „Wenn Polizei und Feuerwehr durch das Schulungsprogramm ein Elektrofahrzeug frühzeitig erkennen, können diese möglichen Gefahren minimiert werden. Weiterhin vermindert fundierte Sachkenntnis das Risiko für die Einsatzkräfte und gewährleistet ein vorausschauendes und sicheres Vorgehen“, betonte Innenminister Gall.

Das Schulungsprogramm führe mit umfassenden Texten, Übersichtsskizzen und Bildmaterial in die Thematik ein, weise auf die verschiedenen möglichen Gefahren hin und vermittle außerdem das taktisch richtige Vorgehen. Es sei vorgesehen, dass alle Einsatzkräfte, die unmittelbar mit der Unfallaufnahme, der Rettung von Personen, der Brandbekämpfung und der Bergung von Fahrzeugen betraut seien, dieses Lernprogramm absolvierten. „Baden-Württemberg nimmt mit diesem Programm bundesweit eine Vorreiterrolle ein. Ich gehe davon aus, dass auch bei Behörden in anderen Bundesländern ein großes Interesse an dem von unserer Projektgruppe entwickelten Programm besteht“, sagte Gall.

Aktuell liege sogar schon eine Übernahmeanfrage der Interkantonalen Polizeischule in Hitzkirch/Schweiz für den Einsatz in der Schweizer Polizei vor. Für die Polizei des Landes werde es im internen elektronischen Informationssystem POLIZEI-ONLINE abrufbar sein.

An der Projektgruppe „POLIZEI-ONLINE – Notfallkonzeption Elektromobilität“ hat seit April 2011 das Schulungsprogramm entwickelt. Beteiligt sind:

  •  das Innenministerium Baden-Württemberg
  • die Landesagentur für Elektromobilität und Brennstoffzellentechnologie (e-mobil BW GmbH)
  • die Landesfeuerwehrschule in Bruchsal
  • der TÜV Süd
  • das Medienzentrum POLIZEI-ONLINE der Polizeiakademie in Freibur
  • das Weiterbildungszentrum Ulm
  • die Forschungsstelle für Brandschutztechnik am Karlsruher Institut für Technologie

 

Um die Elektromobilität zu fördern, wurde 2010 von der Landesregierung die Landesagentur für Elektromobilität und Brennstoffzellentechnologie (e-mobil BW GmbH) eingerichtet. Die e-mobil BW GmbH ist zentrale Anlauf- und Beratungsstelle des Landes Baden-Württemberg für alle Belange rund um das Thema Elektromobilität. Ihre Hauptaufgabe ist es, den Technologiewandel hin zur Elektromobilität zu unterstützen und den Weg in die Industrialisierung der Elektromobilität zu ebnen.

 

Quelle: Innenministerium Baden-Württemberg

 

 

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