Innenminister vereinbaren härtere Gangart gegen Gewalt in Fußballstadien

7. Dezember 2012 | Themenbereich: Rheinland-Pfalz | Drucken

Angesichts aktueller Ereignisse verschärfen die Innenminister aller Bundesländer ihr Vorgehen gegen Gewalt in Fußballstadien. Dies geschieht in enger Abstimmung mit dem Deutschen Fußballbund (DFB) und der Deutschen Fußballliga (DFL).

„Wir alle sind besorgt über die zunehmende Gewalt und vor allem die Gewaltbereitschaft im Zusammenhang mit Fußballspielen. Spiele, die eigentlich Freude und Spannung am Wochenende für tausende echte Fans bringen sollen werden zu Angstpartien, weil einige wenige Chaoten ihren Aggressionen freien Lauf lassen“, sagte Innenminister Roger Lewentz bei der Konferenz mit seinen Amtskollegen in Rostock.

Lewentz betonte, dass die vom DFB vorgelegten Richtlinien zur Verbesserung der Sicherheit bei Bundesligaspielen“ in die richtige Richtung wiesen. „Wir erwarten als Innenminister jedoch auch, dass diese konsequent umgesetzt werden“, so der Minister.

Lewentz und seine Kollegen hatten die schnelle Umsetzung unterschiedlichster Maßnahmen angemahnt. So soll die Videotechnik auf den neusten Stand gebracht, Ordnungspersonal besser geschult, Stadionverbote konsequent ausgesprochen und die Sportgerichtsbarkeit ausgebaut und gestärkt werden.

Vor allem die illegale Verwendung von Pyrotechnik müsse geächtet werden.

Ein Schwerpunkt der Maßnahmen liegt auf dem Ausbau der Fanarbeit und festgelegten Standards für Fanprojekte. Die Innenminister und -senatoren der Länder hielten daher ausdrücklich an ihrer Forderung der substanziellen Erhöhung der Finanzierung von Fanarbeit durch Verbände fest. „Ich fühle mich hier auch in meiner Forderung aus dem vergangenen Jahr bestätigt. Wichtig ist mir, dass diese finanzielle Unterstützung in die Präventionsarbeit nicht als eine Art „Fan-Soli“ begriffen und dort eine Umlage der Kosten vollzogen wird. Jeder Fan zahlt schon genug“, unterstrich Roger Lewentz.

Vielmehr müssten jene Unternehmen, die viel Geld vor allem in der Bundesliga mit den Spielen verdienen, auch ihren Beitrag dazu leisten, die Sicherheit in den Stadien sicherzustellen. Lewentz hatte schon in der Vergangenheit gefordert, dass sich Vereine und Verbände stärker an gewaltpräventiven Maßnahmen beteiligen müssten.

„Wir werden noch entschiedener und härter gegen diese Fußballchaoten vorgehen. Die Innenminister der Länder sind sich einig, dass wir dafür die bisher zur Verfügung gestellten Mittel auch weiterhin bereitstellen werden. Wir fordern aber auch, dass sich DFB und DFL über die Erhöhung ihres Anteils für die gemeinsam finanzierten sozialpädagogischen Fanprojekte hinaus mit einem Beitrag in Höhe von mindestens zehn Millionen Euro zuzüglich möglicher Strafgelder zweckgebunden beteiligen.

„Wir sind auf einem guten Weg. Allerdings haben wir auch deutlich gemacht, dass wir eine noch härtere Gangart einschlagen werden, sollte die Umsetzung der Maßnahmen für uns nicht zufriedenstellend oder die finanzielle Unterstützung für Fanprojekte nicht ausreichend sein“, machte Lewentz deutlich. In diesem Fall werde auch die Frage nach einer Kostenbeteiligung an Polizeieinsätzen in den Stadien erneut gestellt.

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