Fußballfan-Gipfel

3. Dezember 2012 | Themenbereich: Bayern | Drucken

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat sich heute beim Fußballfan-Gipfel der Deutschen Bahn in Frankfurt am Main für deutlich höhere Sicherheitsmaßnahmen bei der An- und Abreise von Fußballfans ausgesprochen. „Die Verkehrsunternehmen sind dabei wichtige Partner“, betonte Herrmann. „Das reicht von der Bereitstellung ausreichender Beförderungskapazitäten bis hin zum Einsatz von genügend qualifiziertem Sicherheitspersonal.“ Der Innenminister appellierte an die Verkehrsunternehmen, die Zahl der Sicherheitskräfte zu erhöhen und auch die technischen Sicherheitseinrichtungen zu verbessern. Als Beispiele nannte Herrmann intelligente Videosysteme zum automatisierten Erkennen von Gefahrensituationen und moderne Detektoren im Gleisbett, die bei Personen auf den Gleisen eine Notbremsung einfahrender Züge auslösen. „Ein weiterer wichtiger Ansatz ist ein striktes Alkoholverbot im öffentlichen Personennahverkehr“, sagte Herrmann mit Blick auf die positiven Erfahrungen in München und Nürnberg.

Wie die Polizeiliche Kriminalstatistik jedes Jahr erneut bestätigt, ist Alkohol der Aggressionsverstärker Nummer eins. Beispielsweise standen 2011 gut 41 Prozent aller Gewalttäter unter Alkoholeinfluss. Zudem hat eine umfassende Untersuchung der Münchner Verkehrsgesellschaft ergeben, dass insbesondere Betrunkene in Gruppen für die Fahrgäste sehr bedrohlich wirken können. Daher wurde in München bereits 2009 ein Alkoholkonsumverbot unter anderem in U-Bahnen, Tram und Bussen eingeführt. Seit Ende 2011 darf auch in Münchner S-Bahnen kein Alkohol mehr getrunken werden. Auch die Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg hat seit Anfang 2012 ein generelles Alkoholverbot in Straßenbahnen, Linienbussen und U-Bahnen verhängt.

Jedes Wochenende sind Hunderttausende von Fußballfans in Deutschland unterwegs, viele davon nutzen die Angebote der Bahn. „Leider kommt es auch im Schienenverkehr immer häufiger zu Sicherheitsstörungen durch gewaltbereite Personen“, erläuterte Herrmann. So werden vor allem in den Bahnhöfen Sachbeschädigungen, Diebstähle und Körperverletzungen begangen. „Das sind nicht mehr hinzunehmende Zustände“, machte der Innenminister deutlich. „Ich setze mich daher mit aller Kraft dafür ein, dass alle Verantwortlichen und Beteiligten für friedliche und gewaltfreie Fußballspiele eintreten. Das vertrete ich mit Nachdruck auch auf der Innenministerkonferenz diese Woche.“

 

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