Mutige Menschen verdienen unsere Anerkennung

28. November 2012 | Themenbereich: Innenminister, Innere Sicherheit, Rheinland-Pfalz | Drucken

Innenminister Roger Lewentz hat heute in Mainz zehn Bürgerinnen und Bürger des Landes Rheinland-Pfalz mit dem Preis für Zivilcourage ausgezeichnet. Die Preise werden seit 2000 an mutige Menschen vergeben, die anderen in Notsituationen zu Hilfe gekommen sind, Schaden abgewendet und Leid gelindert haben. Der Minister sagte bei der Übergabe der Preise im Wappensaal des Landtags: „Menschen wie unsere heutigen Preisträger sind selbstlos, sie kümmern sich und übernehmen Verantwortung für Andere und Anderes. Sie haben Mut bewiesen und sind in bedrohlichen Situationen eingeschritten, getreu dem wahren Satz: ‚Wer nichts macht, macht mit‘.“

Lewentz betonte die Vorbildfunktion der Preisträger für die Bürgergesellschaft: „Menschen, die Zivilcourage zeigen, dienen anderen als Vorbild: Sie beweisen, dass es möglich ist, zu helfen und etwas auszurichten. Sie machen Mut, indem sie uns vermitteln, dass jeder durch sein Handeln etwas Gutes bewirken kann. Und sie schenken uns die Zuversicht, dass auch wir im Notfall nicht alleine stehen“, sagte der Minister.

Ausgezeichnet mit dem Preis für Zivilcourage des Landes Rheinland-Pfalz wurden:

 

Jutta Wallerab und Markus Wallerab, aus Nussbach (3. Preis)

Das Ehepaar Wallerab fuhr am 27. September 2011 mit dem Auto in Richtung Nussbach. Am Ortseingang sahen die Wallerabs eine handgreifliche Auseinandersetzung, bei der ein Mann mit Fäusten auf eine im Straßengraben liegende Frau einschlug und ihr auch mit den Füßen ins Gesicht trat. Das Ehepaar hielt an und eilte der Frau zu Hilfe, deren Peiniger daraufhin von ihr abließ und die Szene verließ. Herr und Frau Wallerab kümmerten sich um das Opfer und warteten bei der Frau, bis ärztliche Hilfe eingetroffen war. Durch das reaktionsschnelle Eingreifen verhinderten die Wallerabs, dass dem Opfer weitere schwerwiegende Verletzungen zugefügt wurden

Marina Schmidt aus Landstuhl (2. Preis)

Am 09. November 2011 beobachtete Frau Schmidt beim Bahnhof Landstuhl, wie drei männliche Jugendliche ein etwa 10- bis 11-jähriges Mädchen auf dem Bahnsteig hin und her schubsten. Durch beherztes Eingreifen verhinderte sie, dass das Mädchen in das Gleisbett stürzte. Das weinende Mädchen blieb dank Frau Schmidts Eingreifen danach unbehelligt. Frau Schmidt steig anschließend in den Zug nach Ramstein – ebenso wie die drei Jugendlichen. Einer von ihnen griff im Zug Frau Schmidt an und schlug ihr in das Gesicht. Dann attackierten die drei Frau Schmidt gemeinsam und verletzten sie mit Tritten und Schlägen an Unterleib, Bauch und Brustkorb. Trotz Ihrer Verletzung fuhr sie nach Hause und verständigte die Polizei in Landstuhl, bevor sie mit einem Krankenwagen zur ärztlichen Versorgung ins Krankenhaus gebracht wurde.

Aaron Müller aus Idar-Oberstein (1. Preis)

Am 22. März 2011, kam es in der Fußgängerzone in Idar-Oberstein zu einem rassistischen Übergriff auf eine Gruppe dunkelhäutiger Mitbürger. Diese wurden zunächst mit ausländerfeindlichen Sprüchen beleidigt. Eine der betroffenen Frauen forderte die Unruhestifter auf, dies bleiben zu lassen. Während ihre Begleiter sich in Sicherheit bringen konnten, prügelte ein Angreifer auf die Frau ein, bis sie am Boden lag. Dabei benutzte er auch seinen Gürtel. Herr Müller wurde Zeuge dieser Ereignisse und kam der Geschädigten zur Hilfe. Daraufhin wurden er von dem Angreifer am Hals gepackt und gegen die Brust geschlagen. Die zwischenzeitlich eintreffende Polizei konnte den Täter dann überwältigen. Mit Sicherheit hat das Eingreifen von Herrn Müller schwerwiegendere Verletzungen bei der Geschädigten verhindert.

Chikaodi Theresa Sirleaf aus Ingelheim (Jugendpreis)

Am 6. Mai 2012 fand Chikaodi Theresa Sirleaf bei strömendem Regen in einer Hofeinfahrt in Ingelheim eine regungslose Frau, die dem Anschein nach auf einer Treppe ausgerutscht und mit dem Gesicht auf die Treppenstufen geprallt war. Infolge der Verletzung hatte sich die Frau erbrochen und war bewusstlos. Als Chikaodi Theresa andere Passanten auf die Frau aufmerksam machte, wollten diese nicht helfen, da sie sich wegen des Erbrochenen ekelten. Sie sagten nur: „Ruf doch die Polizei“ und ließen sie mit der Verletzen alleine. Sie hat schließlich Hilfe für die Verletzte herbeigerufen und bis zum Eintreffen der Beamten im Regen bei der verletzen Frau gewartet.

Adam Walch aus Mainz (Jugendpreis)

Am 14. September 2012 stieg ein 10-jähriges Mädchen am Hindenburgplatz in Mainz in einen Bus ein und setzte sich im Bereich der mittleren Türen neben einen ihr unbekannten Mann. Dieser fing sofort an, mit dem Mädchen zu reden und fasste sie dabei auch an. So griff er u.a. nach einer Hand des Mädchens, nahm diese und führte sie zu sich herüber und zwischen seine Beine. Das Mädchen hatte jedoch Angst, sich im gut besetzten Bus lautstark bemerkbar zu machen und stieg einige Zeit später aus. Da der Mann ebenfalls ausstieg, rannte das Mädchen nach Hause und erzählte alles seiner Mutter. Adam hatte die Situation im Bus bemerkt und es gelang ihm, ein Foto des Mannes zu machen. Er stieg dann ebenfalls aus, folgte dem Mädchen nach Hause und erzählte dessen Mutter, dass er ein Foto mit seinem Smartphone machen konnte. Gemeinsam mit der Familie des Mädchens ging Adam zur Polizei, die aufgrund des Fotos den Täter ermittelt konnte.

Kian Sosiadar, Elias Scholer, Jonas und Niklas Köhmstedt aus Koblenz

Am 26. November 2011, teilte ein Fahrgast eines Linienbusses der Polizeidienststelle in Koblenz telefonisch mit, dass der Busfahrer von einem Fahrgast beleidigt und bedroht wurde. Der Bus stand zu diesem Zeitpunkt im Busbahnhof des Löhr-Centers. Bis eine Polizeistreife vor Ort war, hatte der Busfahrer seiner Funkleitstelle mitgeteilt, dass er von einem Fahrgast geschlagen wurde und die Businsassen mit den Worten „Ich mache euch alle platt“ bedroht wurden. Der Beschuldigte hatte mit einer Begleiterin den Bus zwischenzeitlich verlassen. Als Fahrgäste in diesem Bus hatten Kian, Elias, Jonas und Niklas den Vorfall beobachtet. Sie folgten dem Angreifer und seiner Begleiterin heimlich bis in die Koblenzer Altstadt, wobei sie per Handy mit der Polizei in Kontakt blieben und so ständig den aktuellen Standort durchgeben konnten. Der Mann konnte aufgrund der Angaben der Jugendlichen noch in der Innenstadt gestellt werden.

 

 

 

 

 

 

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