Rückgang der Jugendkriminalität

20. November 2012 | Themenbereich: Kriminalität, Niedersachsen | Drucken

. „Die niedersächsische Landesregierung misst der Bekämpfung der Jugendkriminalität eine herausragende Bedeutung bei. Seit der Regierungsübernahme im Jahr 2003 sind in Niedersachsen herausragende Weichenstellungen und Initiativen mit großem Erfolg vorgenommen worden. Wir müssen die Sorgen und Probleme der Kinder und der Jugendlichen ernst nehmen und auf jeden Einzelfall individuell, wenn erforderlich konsequent aber auch schützend reagieren. Ich bin sehr froh, dass in den Jahren 2010 und 2011 die Zahl der minderjährigen Tatverdächtigen und gleichzeitig auch die der durch Minderjährigen begangenen Straftaten gesunken sind. Diese erfreuliche Tendenz zeigt sich auch für dieses Jahr“, sagte Innenminister Uwe Schünemann am Montag beim Symposium „Gemeinsam gegen Jugenddelinquenz“ in den Räumlichkeiten der Akademie des Sports.

Jugendsymposium

Der Einladung des Innenministeriums waren über 200 Vertreter von Staatsanwaltschaften, aus der Sozialarbeit, der regionalen Präventionsarbeit, von gemeinnützigen Vereinen aus dem Bereich der Jugendarbeit, aus Städten und Gemeinden sowie von Kirchen und muslimischen Verbänden gefolgt. Die inhaltlichen Aspekte des Symposiums erstreckten sich von Erklärungsansätzen und einer bundesweiten Dunkelfeldforschung zu Jugenddelinquenz über eine Studie zu Unterschieden von Jugendkriminalität im städtischen und ländlichen Raum bis hin zu einer Präsentation bundesweiter Programmen zum Umgang mit Mehrfach – und Intensivtätern sowie einer Darstellung der niedersächsischen Gesamtkonzeption zu präventiven und repressiven Maßnahmen der Polizei zur Bekämpfung von Jugendkriminalität.

Positiver Trend setzt sich fort

In Niedersachsen hat sich über mehrere Jahre eine positive Tendenz bei der Entwicklung der Jugendkriminalität manifestiert. Im Jahr 2010 konnte ein Rückgang der Fälle um 8,6 % verzeichnet werden, die von Kindern und Jugendlichen begangen wurden (49.054 aufgeklärte Fälle und damit ein Minus von 4.600 Fällen zum Jahr 2009). In diesem Bezugszeitraum verringerte sich zudem die Zahl der minderjährigen Tatverdächtigen um 11 % (37.521 minderjährige Tatverdächtige und damit ein Minus von 4.681 Tatverdächtigen zum Vorjahr).

Damit zeigte sich der niedrigste Wert der vergangenen 10 Jahre in Niedersachsen. Und genau diese erfreuliche Entwicklung setzte sich im Jahr 2011 fort. Erneut konnte Niedersachsen einen Rückgang der Fälle um 9,61 % feststellen (44.339 Fälle der aufgeklärten Fälle und damit erneut ein Minus um 4.715 Fälle zum Jahr 2010). Und auch in diesem Bezugszeitraum ging die Zahl der minderjährigen Tatverdächtigen wiederum um 8,53 % zurück (34.322 minderjährige Tatverdächtige und damit ein Minus um 3.199 minderjährige Tatverdächtige).

„Dieser Rückgang ist kein Zufall und keine Momentaufnahme, sondern ein verfestigter Trend. Unsere erfolgreiche Arbeit in den Handlungsfeldern der Prävention und der Repression wirkt sich ganz klar langfristig und nachhaltig aus. Unsere Maßnahmen sind maßgeschneidert. Mit den spezialisierten Jugendsachbearbeitern, mit dem gezielten und konsequenten Vorgehen gegen jugendliche Intensivtäter auf der Grundlage des entwickelten Landesrahmenkonzeptes „Minderjährige Schwellen- und Intensivtäter“ oder der Bekämpfung von übermäßigem Alkoholkonsum von Minderjährigen auf der Grundlage gezielter Programme wie den Alkohol- Testkäufen haben wir bundesweit einmalige Rahmenbedingungen geschaffen. Und genau so geht es auch in diesem Jahr weiter. In dem Vergleichszeitraum Januar bis September 2011/2012 sind allein die von Kindern und Jugendlichen begangenen Fälle um 2.313 zurückgegangen. Auch die Zahl der minderjährigen Tatverdächtigen sank um beeindruckende 1.672“, sagte Innenminister Schünemann.

Einzelfälle erfordern konsequentes Vorgehen

In der Vergangenheit hat es nicht nur in Niedersachsen immer wieder Fälle gegeben, in denen die konsequente Anwendung repressiv ausgerichteter Maßnahmen zwingend war. Ein derartiger Fall war unter anderem das brutale Tötungsdelikt am Berliner Alexanderplatz vor wenigen Wochen. Diese Straftaten sind durch nichts zu rechtfertigen und müssen zukünftig entschlossen verfolgt werden.

„Genau in diesen Fällen gilt es unmissverständlich deutlich zu machen, dass ein solches brutales Vorgehen in einem Rechtsstaat nicht geduldet wird. Die Täter müssen schnell und angemessen bestraft werden. Insofern bin ich froh, dass die von mir schon lange geforderte Anhebung der Höchststrafe von 10 auf 15 Jahre im Jugendstrafrecht verankert wurde. Ich bin weiter der festen Überzeugung, dass es zukünftig mit dem Warnschussarrest möglich sein wird, delinquente Jugendliche auf dem Weg zu einer kriminellen Karriere frühzeitig und sinnvoll zu stoppen. Jugendkriminalität ist eine gemeinsame Herausforderung“, führte Innenminister Uwe Schünemann weiter aus.

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