Zunahme an Gewalt im Fußball erschreckend

19. November 2012 | Themenbereich: Niedersachsen | Drucken

„Die dramatisch steigenden Zahlen verdeutlichen, dass die Liga endlich entschlossen handeln muss. Das Image des Fußballs als Familienereignis steht auf dem Spiel. Wir erwarten, dass das im Sommer beschlossene Maßnahmenkonzept von allen Profivereinen 1:1 umgesetzt wird“, sagte Innenminister Uwe Schünemann als Sprecher der Innenminister und –senatoren der Union.

Der aktuelle Trend in Niedersachsen entspricht dem beschriebenen Trend im Jahresbericht der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) zur Saison 2011/2012, der am heutigen Tage veröffentlicht wurde. Im bisherigen Saisonverlauf ist in Niedersachsen in Relation zur letzten Saison ein wesentlicher Anstieg von Straftaten feststellbar. Dieses gilt insbesondere für Körperverletzungsdelikte und Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz.

Nach 340 Straftaten im Rahmen von 216 erfassten Fußballspielen in Niedersachsen in der Saison 2011/2012 sind nach 119 Spielen in dieser Saison bereits 244 Straftaten erfasst worden, davon 78 Fälle nach dem Sprengstoffgesetz. Die Ursache liegt unter anderem auch darin begründet, dass Niedersachsen in dieser Saison einen Schwerpunkt in der Verfolgung des illegalen Einsatzes von Pyrotechnik gelegt hat.

Nach dem traurigen Rekord mit 195 Verletzten in der vergangenen Saison bewegt sich die Zahl aktuell mit 62 verletzten Personen wieder auf dem Durchschnittsniveau von ca. 100 Verletzten pro Saison in Niedersachsen. Auch die Zahl von 412 freiheitsentziehenden Maßnahmen bewegt sich im Saisondurchschnitt der letzten Jahre.

Die Polizeieinsätze anlässlich von Fußballspielen haben in der vergangenen Saison in Niedersachsen ca. 162.000 Personalstunden verursacht. Diese entsprechen betriebswirtschaftlichen Kosten in einer Höhe von etwas über 9 Millionen Euro.

Die im Jahresbericht der ZIS dargestellten Entwicklungen im Saisonvergleich 2011/2012 zu 2010/2011 sind in Niedersachsen ähnlich. Die Zahl der Verletzten ist um nahezu 60 Prozent angestiegen, die Anzahl der freiheitsentziehenden Maßnahmen um mehr als 20 Prozent. Lediglich die Zahl der Straftaten zeigte sich um ca. 14 Prozent rückläufig. Die wesentlichen Forderungen erstrecken sich von einer Verbesserung der Videotechnik in den Stadien und einer weiteren Qualifizierung der Ordnungsdienste über eine Intensivierung der Einlasskontrollen bis hin zu einer konsequenten Durchsetzung von Stadionverboten.

Zudem beziehen sich die Forderungen des Landes Niedersachsen darauf, beim Abbrennen von  Pyrotechnik und Gewalttätigkeiten innerhalb und rund um die Stadien konsequent einzuschreiten. Zudem spricht sich der Niedersächsische Innenminister für die Einrichtung einer Stiftung bürgerlichen Rechts der Länder und der Verbände (DFB/DFL) aus.

Ziel ist die Zusammenführung der Förderungen von Präventionsarbeit gegen Gewalt im Sport im Zusammenhang mit Fußballspielen. Für diesen Zweck (Förderung von Fanprojekten und wissenschaftliche Vorhaben) sollen DFB und DFL jährlich 10 Millionen Euro aus der Vermarktung der TV-Rechte zur Verfügung stellen, die Länder komplett ihre bisherigen Zuschüsse zur Finanzierung.

„Soweit DFB / DFL weiterhin ihre im Spitzengespräch getroffene Zusage zur anteiligen Finanzierung der Präventionsarbeit nicht einhalten, sehen sich die Länder bei der Innenministerkonferenz gezwungen, die rechtlichen Voraussetzungen zur Frage der Kostenbeteiligung der Länder an den Einsatzkosten in Stadien zu thematisieren“, so Innenminister Schünemann.

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