Hilfe für Kriminalitätsopfer

16. November 2012 | Themenbereich: Kriminalität, Saarland | Drucken

Landespolizeipräsident Norbert Rupp und der Landesvorsitzende der Opferhilfeeinrichtung WEISSER RING e.V., Gerhard Müllenbach, haben im Beisein von Monika Bachmann, Ministerin für Inneres und Sport, eine Kooperationsvereinbarung zur Verbesserung der Hilfe für Kriminalitätsopfer im Saarland unterzeichnet.

Innenministerin Monika Bachmann zur Kooperationsvereinbarung: “Die Polizeibeamtinnen und -beamten sind durch die Kooperationsvereinbarung in der Lage mit Einverständnis des Opfers den ersten Kontakt mit dem WEISSEN RING herzustellen und schnelle Unterstützung zu gewährleisten. Im Gegenzug stellt der WEISSE RING der Polizei Informationsmaterial für die Opfer zu Verfügung und erklärt sich bereit, die Aus- und Fortbildung zu unterstützen. Das Landespolizeipräsidium unterstützt das ehrenamtliche Engagement von Polizeibeamten im WEISSEN RING. Die saarländische Polizei und der WEISSE RING leisten damit einen sehr wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Hilfe für Kriminalitätsopfer im Saarland.“

Das Landespolizeipräsidium und die Opferhilfeeinrichtung WEISSER RING e. V. streben gemeinsam eine systematische Verbesserung der Hilfe für Opfer von Straftaten an. Für Menschen in Opfersituationen ist dabei wesentlich:

  •  Verständnis, Zuspruch, Rat
  •  Hilfe und Begleitung zur Überwindung der Tatfolgen
  •  Ggf. Vermittlung anwaltlicher oder psychologischer Beratung
  •  Ggf. finanzielle Unterstützung bei Bedürftigkeit und tatbedingten Notlagen.

 

Die Polizei kann im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrages nur zum Teil auf diese Bedürfnisse eingehen. Neben Verständnis, Zuspruch, und Rat sind Ziele des polizeilichen Opferschutzes:

  •  Belehrung über die Opferrechte
  •  Transparenz des polizeilichen Handelns für Opfer
  •  Beistand durch Information, Aufklärung, Beratung und Vermittlung von Opferhilfeeinrichtungen

Landespolizeipräsident Rupp unterstrich die bereits bestehende sehr gute Zusammenarbeit zwischen dem WEISSEN RING e.V. und dem Landespolizeipräsidium. Diese werde mit der nun geschlossenen Kooperationsvereinbarung noch verbessert. Rupp abschließend: „Diese Kooperationsvereinbarung trägt damit letztlich auch zu einer Qualitätsverbesserung der polizeilichen Arbeit bei. Gleichzeitig werden die eingesetzten Beamtinnen und Beamten durch die Unterstützung des WEISSEN RINGS e.V. im Rahmen der Opferbetreuung entlastet.“

In ihrer Vereinbarung verständigen sich die beiden Partner auf folgendes Vorgehen zur Hilfe für Kriminalitätsopfer:

Die Dienststellen des Landespolizeipräsidiums leiten mit dem schriftlichen Einverständnis des Opfers unverzüglich eine telefonische oder schriftliche Mitteilung an die zuständige Außenstelle der Opferhilfeeinrichtung WEISSER RING e. V. weiter. Dies gilt insbesondere für Opfer von Gewalttaten, die erkennbar unter dem Tatgeschehen leiden (z.B. Traumatisierung) und die durch den WEISSEN RING e. V. beraten werden möchten. Parallel dazu wird den Opfern ein Faltblatt zur Information über den WEISSEN RING e. V. ausgehändigt mit Eindruck der jeweils zuständigen Außenstelle. Die Opferhilfeeinrichtung WEISSER RING e. V. nimmt dann unverzüglich mit den Opfern von vorsätzlichen Straftaten Kontakt auf, um Opferhilfe anzubieten. Dabei leistet der WEISSE RING e. V. Hilfe im Rahmen seiner Satzung – ggf. unter Beteiligung anderer Hilfeeinrichtungen. Soweit keine Kontaktaufnahme möglich ist, teilt die Außenstelle dies der zuständigen Dienststelle des Landespolizeipräsidiums unverzüglich mit. Abschließend erfolgt nach erfolgter Kontaktaufnahme eine schriftliche Rückmeldung an die zuständige Dienststelle, dass Hilfemaßnahmen angeboten wurden. Darüber hinaus unterstützt der WEISSE RING e.V bei der Vermittlung der Opferperspektive in Aus- und Fortbildung der Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten. Im Gegenzug dazu begrüßt und unterstützt das Landespolizeipräsidium das ehrenamtliche Engagement von Polizeibeamtinnen und -beamten im WEISSEN RING.

Zur Sicherstellung der formulierten Ziele vereinbaren die Kooperationspartner innerhalb der für sie geltenden Bestimmungen und datenschutzrechtlichen Vorschriften den Aufbau von Kommunikations-, Verfahrens- und Arbeitsabläufen in enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit.

„Bei allem Mitgefühl für Opfer muss die Polizei bei ihrer Ermittlungsarbeit neutral sein. Der WEISSE RING versteht sich als Partei für Kriminalitätsopfer und setzt sich somit aktiv für das Wohl der Betroffenen ein. Allzu oft finden Opfer von Gewalt nicht den Weg zu uns. Durch die Kooperationsvereinbarung mit der saarländischen Polizei erhoffen wir uns, dass die Betroffenen durch die Polizei auf die Opferhilfeeinrichtung aufmerksam werden und wir ihnen somit besser helfen können – auch durch die Vermittlung an andere staatliche oder nichtstaatliche Hilfeeinrichtungen“, erklärt Gerhard Müllenbach, der Landesvorsitzende der Opferhilfeeinrichtung WEISSER RING e.V.

 

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