Mordfall „Lena“, das Urteil ist gesprochen

14. November 2012 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

Der BDK begrüßt ausdrücklich die klaren Feststellungen des Gerichtes und die der Rechtsanwälte zur Schuldfrage des Täters. „Herr Innenminister Schünemann und Frau Polizeipräsidentin Fischer, jetzt sind Sie am Zug…“

Nach dem Urteil im „Lena-Prozess“ müssen j e t z t auch auf Landesebene die richtigen Schlussfolgerungen und Konsequenzen gezogen werden.

Nach der Einstellung der Strafverfahren hat jetzt die unverzügliche Einstellung/Beendigung der Disziplinarverfahren und Aufhebung der persönlichen Nachteile unserer Kollegen zu erfolgen! Laut Gericht und Strafverteidiger lag und liegt kein individuelles polizeiliches Verschulden vor. Dazu fordern wir eine aktuelle und öffentliche Bewertung des Falles durch unseren Innenminister Uwe Schünemann!

Dennoch scheint uns nach wie vor die innere Struktur und die Ausbildung des kriminalpolizeilichen Nachwuchses problematisch.

So fällt mittlerweile auch investigativen Journalisten auf, dass es in der Ausbildung der niedersächsischen Polizei infolge einer jahrelangen generalistischen Ausbildung und einer enormen Überalterung dieses Fachbereiches schon große Probleme gibt und vor allem noch geben wird.

Die nach wie vor ungeklärte Frage nach den „Fachkarrieren“ in den ermittelnden Bereichen werten wir derzeit nur als ein Lippenbekenntnis. Unter dem Strich lohnt es sich für junge Bewerberinnen und Bewerber überhaupt nicht, in die ermittelnden Bereiche zu gehen. Denn wer jung ist und eine Familie gegründet hat, braucht eine angemessene Besoldung.

Mit bis zu 10 Jahren Standzeit in A 9 ist das weder lukrativ noch erstrebenswert.

Daher muss jetzt mit der Förderung von Fachkarrieren und der Anerkennung langjährig erworbener Kompetenz in den ermittelnden Bereichen durch die Implementierung weiterer A-11-Dienstposten in KED/ZKD/ZKI und LKA angefangen werden.

 

Der BDK steht beratend bereit.

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