Ein deutsches Projekt unterstützt die Bevölkerung in Tunesien

14. November 2012 | Themenbereich: Bevölkerungsschutz | Drucken

Im Rahmen einer „Transformationspartnerschaft“, die zwischen Deutschland und Tunesien vereinbart wurde, unterstützt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) “ in enger Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr der Stadt Frankfurt am Main den Tunesischen Zivilschutz (ONPC). Dabei geht es um die Stärkung von vorhandenen und den Aufbau von neuen Krisenreaktionsstrukturen im Lande. Das Projekt startete mit der ersten Mission vor Ort in der Zeit vom 21. bis 25. Oktober 2012.

Flächendeckende Naturkatastrophen können vor allem gerade im Umbruch befindliche Gesellschaften empfindlich schwächen oder schädigen. Hitze und Trockenheit in der Republik Tunesien führen zu regelmäßig wiederkehrenden Waldbrandkatastrophen. Um dieser und anderen Katastrophen entgegenzuwirken, sind Optimierungen in der Ausstattung und der Ausbildung der Einsatzkräfte notwendig.

Ein adäquater Schutz der Bevölkerung und der Infrastruktur trägt dazu bei, die wirtschaftlichen und sozialen Lebensbedingungen in Tunesien vor Katastrophen nachhaltig zu schützen und zu verbessern, und damit eine gesellschaftliche Stabilisierung zu erreichen. So werden im Zuge der „Transformationspartnerschaft“ auch Projekte im Rahmen des Bevölkerungsschutzes durch das Bundesministerium des Inneren (BMI) und seine Fachbehörden BBK und THW gefördert. Für diese konkreten Maßnahmen stehen bis Ende 2013 Mittel des Auswärtigen Amtes zur Verfügung.

Das langfristige Ziel des deutsch-tunesischen Pilotprojektes ist die Förderung des Ehrenamtes an insgesamt zwei Pilotstandorten des ONPC – El Kef und Sfax. Im Fokus stehen vor allem die Ausbildung und Ausstattung von Multiplikatoren des ONPC im Bereich Brandbekämpfung, die die Entwicklung und Einbindung von ehrenamtlichen Kräften fördern und unterstützen sollen. Denn professionelle Ausstattung der beruflichen Einsatzkräfte bildet eine solide Grundlage zur Förderung des Ehrenamtes. Zudem soll durch weitere gezielte Kooperation im Bereich Ausbildung ein Wissenstransfer für das professionelle Krisenmanagement auf administrativ-organisatorischer und operativ-taktischer Ebene erreicht werden.

Das gemischte Team aus Mitarbeitern des BBK und Feuerwehrmännern der Berufsfeuerwehr Frankfurt am Main reiste im Oktober nach Tunesien, um sich ein genaues Bild der Lage vor Ort zu verschaffen, das tunesische Projektteam kennen zu lernen und die lokale Strukturen zu analysieren, auf denen die Projektarbeit aufbauen wird.

Neben der im Bau befindlichen zentralen Ausbildungsstätte des ONPC in Ben Arous wurden verschiedene operative Standorte des Katastrophenschutzes sowie die Einsatzleitstelle für den Einzugsbereich Ben Arous besucht. Die tunesische Regierung fördert seit dem Jahr 2011 per Gesetz das Ehrenamt für Hilfeleistungen im öffentlichen Interesse. Vor diesem Hintergrund besuchte das Projektteam ebenfalls den Standort der Feuerwehrbrigade „Association de Volontaires de la Protection Civil – A.V.P.C. Ben Arous“ um sich ein Bild vom bereits existierenden Ehrenamt in Ben Arous zu verschaffen. Hier arbeitet das THW an einem Ehrenamtsprojekt.

Unter Berücksichtigung der Erfahrungswerte sollen langfristig auch an den Standorten des BBK ähnliche Strukturen aufgebaut werden. Die ehrenamtliche Ausbildung am Standort ist offen für alle Tunesier und beinhaltet als Basismodule „Rettung“, „Bergung“ und „Löschen“ mit der Ausstellung von entsprechenden Basiszertifikaten. Die Einheit aus 89 freiwilligen Helferinnen und Helfern demonstrierte den deutschen Besuchern im Rahmen einer Übung die Vorgehensweise bei Maßnahmen der alltäglichen Gefahrenabwehr.

Mit der angestrebten Projektarbeit beabsichtigt das BBK eine konkrete und nachhaltige Unterstützung zur Stärkung der Abwehrkapazitäten und der Selbsthilfefähigkeit des tunesischen Staates und seiner Bevölkerung. Es soll damit ein wesentlicher Beitrag zum gesellschaftlichen Transformationsprozess geleistet werden.

 

 

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