„Kinder als Opfer häuslicher Gewalt“

12. November 2012 | Themenbereich: Innere Sicherheit, Mecklenburg-Vorp. | Drucken

In Mecklenburg-Vorpommern sollen Kinder künftig noch besser davor geschützt werden, Opfer häuslicher Gewalt zu werden.

Aktuelle Informationen und konkrete Handlungsempfehlungen dazu enthält eine neue Publikation des Landesrates für Kriminalitätsvorbeugung (LfK) unter dem Titel „Kinder als Opfer häuslicher Gewalt“, die heute in Schwerin mit Bezug auf die beiden in den nächsten Tagen stattfindenden Fachtagungen des Ministeriums für Arbeit, Gleichstellung und Soziales vorgestellt wurde.

Erarbeitet wurde die in der Zeitschriftenreihe „impulse“ veröffentlichte Broschüre von einer Expertengruppe aus verschiedenen staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen und Einrichtungen.

Sie richtet sich vorrangig an Fachkräfte aus den Bereichen Polizei, Justiz, Kinder- und Jugendhilfe sowie Bildungs- und Gesundheitswesen, also an jene Berufsgruppen, die häufig als erste mit Kindern in Kontakt kommen, wenn diese von häuslicher Gewalt betroffen sind.

Die in der Broschüre aufgezeigten Erscheinungsformen und speziellen gesetzlichen Grundlagen, vor allem aber die zahlreichen Handlungsmöglichkeiten sollen die Fachkräfte noch stärker für dieses Thema sensibilisieren und sie zu entsprechendem Handeln auffordern. Darüber hinaus enthält die Broschüre eine umfangreiche Auflistung wichtiger Kontakt- und Beratungsstellen sowie weiterführender Informationsquellen.

Innenminister Lorenz Caffier, der zugleich auch Vorsitzender des LfK ist, verbindet mit der Veröffentlichung der Broschüre auch die Hoffnung, dass dieses sehr bedrückende Thema noch stärker in den Blick der Öffentlichkeit gerät: „Als schwächste Mitglieder unserer Gesellschaft haben Kinder einen besonderen Anspruch auf den Schutz und die Zuwendung von uns allen, egal, ob sie selbst zu Opfern häuslicher Gewalt oder zu Zeugen von Gewalt gegen eines ihrer Elternteile werden.“ Die gesamte Gesellschaft müsse deshalb noch stärker sensibilisiert und bestehende Netzwerke weiter ausgebaut und professionalisiert werden. Dazu soll die vorliegende Broschüre ihren Beitrag leisten.

Den spezialisierten Beratungs- und Schutzeinrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern wurden allein im Jahr 2011 über 3.000 Kinder und Jugendliche bekannt, die mittelbar oder unmittelbar von häuslicher und sexualisierter Gewalt betroffen waren.

Erhältlich ist die Broschüre kostenlos u.a. bei den Kommunalen Präventionsräten, den Polizeidienststellen, den verschiedenen Opferberatungsstellen sowie beim Landesrat für Kriminalitätsvorbeugung (Tel. 0385-5882487 ).

 

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