Verlängerung der Lebensarbeitszeit für Polizeibeamte

8. November 2012 | Themenbereich: Beamten-Tarifrecht, Sachsen-Anhalt | Drucken

Was bereits seit einiger Zeit aus dem MF gemunkelt wurde, ist jetzt öffentlich geworden. Das Land will die Lebensarbeitszeit der Polizeibeamten anheben. Die besonderen Belastungen des Polizeiberufs, die eine Altersgrenze von bisher 60 Jahren rechtfertigten, bestehen weiterhin. Sie haben sogar zugenommen und werden auch weiterhin zunehmen.

Der drastische Personalabbau, Arbeitsverdichtung und das hohe Durchschnittsalter der Polizei in Sachsen-Anhalt verschärfen die Situation. Eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit ist nur dann verkraftbar, wenn die Belastungen der Beamtinnen und Beamten über die gesamte Dienstzeit betrachtet reduziert werden. Eine auf „Verschleiß“ ausgelegte Personalpolitik können wir so nicht akzeptieren. Insbesondere belastet sind natürlich Beamte im Schicht-oder Bereitschaftssystemen.

Im seit 2010 geltenden neuen Landesbeamtengesetz wurde übrigens die Möglichkeit der freiwilligen Dienstzeitverlängerung geregelt. Einige wenige Polizeibeamte wollten davon Gebrauch machen. Nicht besonders erstaunlich befanden sich darunter aber keine Beamten aus den Schicht-oder Bereitschaftssystemen. Alle Anträge wurden abgelehnt, mit Hinweis auf den „notwendigen „Personalabbau“.

Und nun sollen Alle länger machen?!

In Anbetracht der Aufgabenerfüllung ist die Polizei bereits seit geraumer Zeit an der Belastungsgrenze angekommen. Derzeit sind ca. 6.700 Polizeibeamte im Dienst, in absehbarer Zeit sollen es aber weniger als 5.000 sein. Aus unserer Sicht erhärtet sich der Verdacht, dass die bereits jetzt im Durchschnitt deutlich überalterten Polizeibeamten noch weiter belastet werden sollen. Der hohe Krankenstand bei der Polizei wurde bisher trotz umfassender Maßnahmen im GIP nicht gesenkt. So kann es ja auch nicht funktionieren.

In Brandenburg ist die Landesregierung übrigens kürzlich von ähnlichen Plänen teilweise zurück gerudert, weil man auf das Problem der immensen Mehrkosten für das Land wegen länger zu zahlender Besoldung und steigender Pensionsansprüche stieß. Zur Erinnerung-Die Begründung für den Personalabbau bei der Polizei ist fiskalischer Art.

 

Quelle: BDK

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.