Gewalt von Fußballchaoten konsequent unterbinden

2. November 2012 | Themenbereich: Aktuell | Drucken

„Die gewalttätigen Ausschreitungen rund um das DFB-Pokalspiel Hannover 96 gegen Dynamo Dresden sind völlig inakzeptabel und haben deutlich gezeigt, dass Fußballchaoten im Stadion nichts zu suchen haben. Es ist nicht hinzunehmen, dass es immer wieder im Zusammenhang mit Fußballspielen zu aggressiven und gewalttätigen Übergriffen auf gegnerische Fans, die Polizei und sogar auf Unbeteiligte kommt. Wir müssen klare Grenzen setzen. Auch der Einsatz von Pyrotechnik war innerhalb und außerhalb des Stadions in Hannover festzustellen. Die Verwendung von Bengalos kann lebensgefährliche Verletzungen herbeiführen. Die Qualität dieser Vorkommnisse ist besorgniserregend. Fußball soll ein Familienevent bleiben. Dafür müssen wir gemeinsam mit den Vereinen und den Verbänden sorgen. Mein Appell richtet sich auch an die Fans, die heute in Berlin zusammengekommen sind: Setzen sie ein klares Zeichen gegen Gewalt und für den friedlichen Fußball!“, sagte Innenminister Uwe Schünemann.

Das Niedersächsische Innenministerium hat sich auch in enger Abstimmung mit dem DFB, der DFL, den Spitzenvereinen aus Niedersachsen sowie dem Niedersächsischen Fußballverband umfassend auf die Saison 2012/2013 vorbereitet. Gemeinsam mit allen Innenministern und Senatoren der Länder sowie dem DFB und der DFL wurden im Sommer 2012 Maßnahmen und Initiativen vereinbart, um die Gewalt in den Fußballstadien einzudämmen.

Die aktuellen Vorgänge rund um das DFB Pokalspiel Hannover gegen Dresden verdeutlichen, dass die mit den Verbänden vereinbarten Maßnahmen und Initiativen unbedingt konsequent umgesetzt werden müssen. „Alle Seiten müssen ihre Zusagen einhalten, und zwar ab sofort. Nur dadurch kann es gelingen, einen friedlichen Ablauf von Fußballspielen zu gewährleisten. Es ist u.a. erforderlich, dass die Videotechnik verbessert wird.

„Ich bin sehr froh, dass Wolfsburg die neue Technik bereits eingeführt hat und Braunschweig und Hannover in den konkreten Vorbereitungen dazu stehen“, so Minister Uwe Schünemann.

„Zudem ist es zwingend, dass die Ordnungskräfte besser qualifiziert werden und eine Intensivierung der Einlasskontrollen erfolgt. Wir haben mit der Ausbildung und dem Einsatz von so genannten Pyro-Spürhunden hier erste sehr deutliche Akzente gesetzt. Natürlich ist auch die Durchsetzung von Stadionverboten weiter voranzutreiben. Beim Abbrennen von Pyrotechnik und Gewalttätigkeiten im Stadion muss konsequent eingeschritten werden“, führte Innenminister Uwe Schünemann weiter aus.

Als ein weiterer wesentlicher Punkt war zwischen den Ministern und den Verbänden im Sommer die gemeinsame Intensivierung von Fanprojekten vereinbart worden. Durch den neuen TV-Vertrag erhalten DFL und DFB für die Spielzeit 2013/2014 bis 2016/2017 Einnahmen von rund 2,5 Milliarden. DFB und DFL hatten eine Aufstockung ihrer Mittel im Umfang von 1 % der Einnahmen zugesagt. Diese Zusage muss eingehalten werden. Die derzeitigen Mittel für Fanprojekte von ca. 3 Millionen Euro (durch DFB und DFL) würden sich damit auf nahezu 10 Millionen Euro erhöhen. Die Länder und Kommunen haben im Gegenzug zugesagt, ihre finanziellen Mittel einzubringen, so dass insgesamt mehr Geld für Fanarbeit zur Verfügung steht.

„Ich habe meine Erwartungen gegenüber DFB und DFL deutlich formuliert und erwarte die Einhaltung unserer Verabredung. Ein denkbarer Lösungsweg wäre die Gründung einer `Nationalen Stiftung zur Förderung einer gewaltfreien Fankultur im Sport`, in der alle Mittel für Prävention in den Bundesligen und im Amateurbereich zusammengeführt werden“, so der Minister.

„Werden diese Forderungen durch den DFB und die DFL nicht umgesetzt, müssen die Innenminister ernsthaft prüfen, ob die zusätzlichen Kosten durch einen immer höheren Personaleinsatz nicht den Vereinen in Rechnung gestellt werden muss“, so Innenminister Schünemann abschließend.

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