Kampf gegen Drogenschmuggel im tschechischen Grenzraum verstärken

31. Oktober 2012 | Themenbereich: Bayern, Innere Sicherheit | Drucken

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat nach einem Besuch der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht in Lissabon angekündigt, den Kampf gegen den Drogenschmuggel in Nord- und Nordostbayern, insbesondere gegen die extrem gefährliche Modedroge ‚Crystal Speed‘, weiter zu verstärken. „Ich habe mir in Lissabon einen Eindruck darüber verschaffen können, wo in Europa die Probleme mit Drogenschmuggel und –handel liegen. Dabei ist sehr deutlich geworden, dass Bayern nach wie vor beim Schmuggel und Handel mit der hoch gefährlichen Droge ‚Crystal Speed‘ und anderen Amphetaminen aus dem Raum Tschechien im Brennpunkt steht.“ Herrmann sieht vor allem die tschechischen Sicherheitsbehörden in der Pflicht: „In Tschechien müssen vor allem die kleinen Laboratorien, in denen die Drogen hergestellt werden, ausfindig gemacht und ausgehoben werden. Wir werden darüber hinaus aber auch gemeinsam mit der tschechischen Polizei den Fahndungsdruck im grenznahen Raum noch weiter erhöhen.“

Die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht in Lissabon (EMCDDA) beschäftigt heute etwa 105 Mitarbeiter, davon rund 40 Analytiker mit unterschiedlicher wissenschaftlicher Ausrichtung und beruflichem Hintergrund, darunter auch ein bayerischer Polizeibeamter. Die EMCDDA soll der EU und ihren Mitgliedstaaten einen Überblick über die europäische Drogenproblematik vermitteln und solide Fakten und gesicherte Grundlagen zur Drogendebatte liefern. Sie versorgt politische Entscheidungsträger mit Datenmaterial, das diese zur Ausarbeitung fundierter Rechtsvorschriften und Strategien im Drogenbereich benötigen. Sie unterstützt außerdem Fachleute und Praktiker dabei, Projekte mit Modellcharakter und neue Forschungsgebiete aufzuzeigen. Herrmann: „Von besonderer Bedeutung ist für uns das von der EMCDDA zusammen mit Europol entwickelte Frühwarnsystem beim Auftreten neuer Drogen und Substanzen.“

Bei dem Treffen mit dem portugiesischen Innenminister Miguel Macedo bedankte sich Herrmann für das große Engagement Portugals, um das Schengener Informationssystem (SIS1) fortzuentwickeln. „Dem starken Einsatz Portugals ist es zu verdanken, dass an das Schengener Informationssystem auch die neuen Beitrittsländer der EU angeschlossen werden können. Dadurch konnten wir den grenzüberschreitenden Kampf gegen die Kriminalität weiter verbessern.“ Herrmann sprach sich darüber hinaus dafür aus, den Informationsaustausch über das SIS noch weiter zu intensivieren. „Wir müssen unsere Anstrengungen gegen das internationale Verbrechen noch mehr verstärken. An erster Stelle steht dabei der Informationsaustausch der Polizei und anderer Sicherheitsbehörden in allen EU-Staaten.“

 

 

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