Zehn Jahre Ausbildung Zivil-Militärische Zusammenarbeit (ZMZ)

17. Oktober 2012 | Themenbereich: Bevölkerungsschutz | Drucken

Seit 10 Jahren führt die AKNZ aufgrund einer Verwaltungsvereinbarung zwischen dem Bundesministerium für Verteidigung (BMVg) und dem Bundesministerium des Innern (BMI) Seminare zur Zivil-Militärischen Zusammenarbeit (ZMZ) im Inland und im Ausland durch.

Als Leuchtturmprojekt der ressort-übergreifenden Zusammenarbeit in der Ausbildung wurde am 17.10.2002 noch unter dem Eindruck des Herbsthochwassers und der Anschläge des 11.09.2001 eine Vereinbarung zwischen dem BMVg und dem BMI geschlossen. Schon durch diese Ereignisse bestimmt, gab es an der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) von Anfang an eine Ausbildung für die Zivil-Militärische Zusammenarbeit (ZMZ) in Deutschland und die Ausbildung ZMZ für Auslandseinsätze (ZMZ A bzw. Civil Military Cooperation CIMIC). Sie hatte und hat Modellcharakter für den vernetzten Ansatz der Sicherheitsarchitektur.

Gemeinsam mit zivilen Teilnehmern aus dem Bereich der kommunalen Verwaltung, der Polizeien, der Feuerwehr sowie staatlichen und nichtstaatlichen Hilfsorganisationen absolvieren die zukünftigen ZMZ – Offiziere Lehrgänge zum Erwerb des sogenannten Ausbildungs- und Tätigkeitsnachweises (ATN ZMZ Offz/Uffz), der sie dazu berechtigt in aktiven Einheiten der Bundeswehr Tätigkeiten in diesem Bereich wahrzunehmen. Neben den aktiven Soldaten nehmen auch Reservisten der Bundeswehr, die als Führungskräfte in den Kreis- und Bezirksverbindungskommandos eingeplant sind, an den ZMZ Seminaren teil.

Lehrgangsinhalte sind neben den gesetzlichen Grundlagen, Arbeitsweisen und Verfahren im Bereich ZMZ, die Vorstellung der unterschiedlichen beteiligten Institutionen, deren Struktur, Arbeitsweisen und deren Selbstverständnis im In- und Ausland, Informations- und Kommunikationsmanagement und Medienarbeit. Abschluss der Lehrgänge bildet jeweils ein Planspiel, in dem die Möglichkeiten und Aufgaben im Bereich der ZMZ aus den unterschiedlichen Sichtweisen nochmals dargestellt wird.

Das Konzept der gemeinsamen Teilnahme von zivilen und militärischen Vertretern an diesen Seminaren hat sich bewährt. Neben der Unterrichtung über Verfahren der ZMZ, der Möglichkeiten und Grenzen der Zusammenarbeit sowohl durch militärische als auch durch zivile Dozenten steht der Erfahrungs- und Meinungsaustausch im Mittelpunkt.

Gerade die Absolventen der AKNZ mit ihrem gemeinsamen Verständnis von Zivil-Militärischer Zusammenarbeit haben sich als besonders qualifiziert für die vernetzte Hilfe erwiesen. Nur durch den komplementären Einsatz aller verfügbaren Fähigkeiten wurden die Herausforderungen der Vergangenheit und werden die der Zukunft gemeistert. Unsere international vernetzte Welt braucht solche innovativen Ansätze mehr denn je. Führende Vertreter der Länder und des Bundes, dies wurde auch auf dem 8. Bevölkerungsschutzkongress deutlich, sind sich einig, dass eine enge und effiziente Kooperation ziviler und militärischer Kräfte im Krisenfall unverzichtbar bleibt.

Dozenten der Bundeswehr und des BBK vermitteln an der AKNZ verantwortlichen Führungskräften Kenntnisse und Entwicklungen über Strukturen, Fähigkeiten, Möglichkeiten und Grenzen der Zusammenarbeit. Seitens der Bundeswehr sind zwei Stabsoffiziere und ein Unteroffizier zum BBK abgeordnet und mit der Durchführung der ZMZ Seminare betraut. Dabei sind die drei Soldaten voll in das Team der AKNZ integriert. Die Unterstützung von Seminaren außerhalb der reinen ZMZ Veranstaltungen durch diese, in der von beiden Partnern als Win – win bezeichneten Situation, gehört natürlich dazu.

Dem Wandel der Einsätze der Organisationen folgte auch immer eine Veränderung der Lehre. Zum Teil erwies sich die Akademie hier als Motor der Innovation durch ihre breit aufgestellten Dozenten mit Verbindungen zu den regionalen Partnern, z.B. der Feuerwehr und der Katastrophenschutzschule in Koblenz, dem Aus- und Fortbildungszentrum der Bundespolizei in Swisttal, der Akademie der Johanniter in Münster, aber auch überregional zur FüAKBw (Führungsakademie der Bundeswehr), den Bildungseinrichtungen des THW in Neuhausen und Hoya und vielen anderen Einrichtungen. Die Militärischen Vertreter an der AKNZ gehören zum Streitkräfteunterstützungskommando (SKUKdo). Die Nähe zum Streitkräfteunterstützungskommando in Köln ermöglichte den Zugang zu den benötigten Informationen aus erster Hand. Dieses wird sich durch die Nähe des Kommando Streitkräftebasis (KdoSKB) als Nachfolgeorganisation, dann in Bonn, auch nicht ändern.

Die AKNZ als die zentrale Bildungseinrichtung des Bundes mit einer fast 60-jährigen Tradition auf dem Gebiet der zivilen Sicherheitsvorsorge hat auch hier eine wichtige Vernetzungs- und Wissenstransferfunktion. Dies ist ein Service, der ein fester Bestandteil der ressortübergreifenden Zusammenarbeit geworden ist. Eng verbunden mit der ZMZ ist auch der qualitative Ausbau der AKNZ infolge der Neuausrichtung gemäß dem Beschluss der Ständigen Konferenz der Innenminister und –Senatoren der Länder im Juni 2002 für eine „Neue Strategie zum Schutz der Bevölkerung in Deutschland“.

Über 5000 Angehörige aus Feuerwehren, Hilfsorganisationen, Verwaltungen, politische Vertreter, Wissenschaftler, Unternehmensvertreter, aktive Soldaten und Reservisten aus Deutschland und anderen Ländern nahmen in den vergangenen Jahren an der ZMZ Weiterbildung, Workshops und Foren teil. Derzeit werden rund 400 Personen pro Jahr in Themen der ZMZ an der AKNZ ausgebildet. Dabei liegt der Fokus auf der Ausbildung der Führungskräfte. Die vorbereitende Ausbildung findet in den Verwaltungsschulen, Feuerwehrschulen, am CIMIC Zentrum und an der Schule für Stabsdienst und Feldjägerwesen statt.

Im Hinblick auf das 10-jährige Jubiläum und die positiv erfolgte Evaluation und Weiterentwicklung der ZMZ Ausbildung ist sichergestellt, dass die ZMZ Ausbildung in den nächsten Jahren erfolgreich weitergeführt und ausgebaut werden kann. Neue Verfahren, wie z.B. Simulationssysteme, werden dazu genutzt, ohne die bewährte Vernetzung und grundsätzliche Weiterbildung zu vernachlässigen. Die militärischen und zivilen Partner haben damit ihre Zusagen zur verbesserten Zusammenarbeit umgesetzt, die in den Einsätzen der letzten Jahre fast geräuschlos zum Erfolg führte. Die Zivil Militärische Zusammenarbeit hat eine Expertenfunktion für die Streitkräfte übernommen, mit dem Ziel, die Zusammenarbeit zwischen den zivilen Akteuren und der Bundeswehr zu stärken. Das Ergebnis kann sich nach einhelliger Meinung sehen lassen und steht auf breitem gesellschaftlichem Konsens.

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