IT-Sicherheitsmesse ‚it-sa 2012‘

17. Oktober 2012 | Themenbereich: Bayern, Innere Sicherheit | Drucken

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat heute in Nürnberg bei der IT-Sicherheitsmesse ‚it-sa 2012‘ eindringlich vor den Gefahren der Cyberkriminalität gewarnt: „Der virtuelle Raum birgt erhebliche Risiken für Bürger, Wirtschaft und Verwaltung.“

Dabei verwies Herrmann auf die enormen Schäden, die durch Cybercrime verursacht werden. Allein im Jahr 2011 betrug in Bayern der Schaden rund 30 Millionen Euro, 170 Prozent mehr als 2010. Für eine wirksame Bekämpfung sei laut Herrmann ein optimaler Informationsaustausch sowie eine intensive Kooperation der Sicherheitsbehörden und -organisationen mit der Wirtschaft notwendig. Als Beispiel nannte der Innenminister die kompetente Zusammenarbeit mit dem BITKOM e.V. in Bayern.

Herrmann mahnte: „Wir brauchen natürlich auch das erforderliche rechtliche Instrumentarium. Am virtuellen Tatort hilft kein Fingerabdruckpulver!“ Damit erneuerte der Innenminister seine Forderung nach einer baldigen praktikablen Lösung zur Vorratsdatenspeicherung: „Wenn wir einen Cyber-Täter identifizieren wollen, dann müssen wir auf Verbindungsdaten zurückgreifen und feststellen können, wer hinter einer IP-Adresse steckt.“

Laut Herrmann spiegeln sich die neuen Gefahren der Cyberkriminalität auch in der Polizeilichen Kriminalstatistik wider. So sind die klassischen Diebstahlsdelikte in den letzten zehn Jahren um ein Viertel zurückgegangen. Dagegen ist im gleichen Zeitraum die Computerkriminalität um fast zwei Drittel (64 Prozent) auf 10.146 Fälle gestiegen. Dazu kommt ein hohes Dunkelfeld, da nicht jede Straftat angezeigt wird und viele Opfer gar nicht merken, dass sie angegriffen werden. Herrmann verwies in diesem Zusammenhang auf die Ergebnisse einer aktuellen BITKOM-Umfrage. So haben im laufenden Jahr 52 Prozent der privaten Internetnutzer bereits persönliche Erfahrungen mit Internetkriminalität gemacht. Das entspricht 28 Millionen Menschen. Bei 36 Prozent oder 20 Millionen Nutzern sind Computer mit Viren oder anderen Schadprogrammen infiziert gewesen. 16 Prozent oder 8,5 Millionen Internetnutzer geben an, dass ihre Zugangsdaten zu verschiedenen Diensten ausspioniert wurden.

Herrmann betonte, dass die Bekämpfung der Cyberkriminalität ein wichtiger Schwerpunkt für die Bayerische Polizei ist. Als erstes Bundesland hat Bayern bereits 1995 im Bayerischen Landeskriminalamt die anlassunabhängige Netzwerkfahndung eingerichtet, die im virtuellen Raum nach strafbaren Inhalten sucht. Zudem wurden vor einigen Jahren in den Ballungsräumen München und Nürnberg Schwerpunktkommissariate zur Bearbeitung der Computer- und Internetkriminalität aufgebaut. Aktuell wurde die neue Sonderlaufbahn des ‚Technischen Computer- und Internetkriminaldienstes‘ geschaffen.

„Seit 1. Juli 2012 verstärken 25 neue ‚Cybercops‘ unsere Bayerische Polizei“, erläuterte der Innenminister. „Bei uns werden Spezialisten zu Polizisten, indem wir Fachhochschulabsolventen mit Berufserfahrung in Informatik einstellen und im Rahmen einer speziellen Ausbildung zu Kriminalbeamten qualifizieren.“

 

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