So attraktiv und präsent ist die Polizei in Niedersachsen

15. Oktober 2012 | Themenbereich: Niedersachsen, Polizei | Drucken

Innenminister Uwe Schünemann hat am Montag der Gewinnerin der Kampagne: „Norddeutschlands next Copmodell“, der Polizeikommissarin Kristina Weiss von der Zentralen Polizeidirektion aus Oldenburg gratuliert. Der Radiosender N-JOY des Norddeutschen Rundfunks hatte im August eine Kampagne gestartet, um Norddeutschlands „coolste, tollste, sympathischste und hübscheste Polizeibeamten“ zu finden.

An dieser Aktion hatten sich Polizeibeamtinnen und –beamte aus den norddeutschen Bundesländern beteiligt. Die überwiegend junge Zielgruppe dieses Rundfunksenders sollte den Menschen in Uniform kennenlernen – seinen Alltag, die Herausforderung und die Möglichkeiten, die diese Berufswahl für ihn bedeuten.

Drei der über 30 Bewerberinnen und Bewerber der Polizei Niedersachsen standen im Finale. Während der rund zweiwöchigen Dauer der Aktion konnten man neben der Stimmabgabe auf der Internetseite sofort über einen Link zur Polizeiakademie Niedersachsen gelangen. Der Link führt auf die Seite zur Nachwuchsgewinnung und konnte sich über den Polizeiberuf und das Studium bei der Polizei informieren.

Mittlerweile geben über 50 % der Bewerberinnen und Bewerber im Auswahlverfahren an, über die Internetseite „Polizei Niedersachsen Karriere“ bei Facebook auf die Polizei Niedersachsen aufmerksam geworden zu sein. „Die zielgruppenspezifischen Werbemaßnahmen, die Nutzung neuer Medien wie Facebook und die hohe Transparenz in den grundlegenden Einstellungsvoraussetzungen sorgen dafür, dass auch weiterhin geeignete Bewerberinnen und Bewerber vorhanden sein werden“, sagte Schünemann.

Für den Einstellungstermin 01.10.2012 lagen 4.650 Bewerbungen vor. Damit konnten die 680 Einstellungen sehr gut realisiert werden. „Die Attraktivität des Polizeiberufs ist auf einem ausgesprochen hohen Niveau. Sie resultiert aus einem hochwertig bezahlten Studium mit einem Bachelorabschluss und einer interdisziplinären Ausbildung, vielseitigen Verwendungs- und Aufstiegsmöglichkeiten über die Sicherheit des Arbeitsplatzes bis hin zu einer familienfreundlichen Unternehmensausrichtung durch Audit Beruf und Familie und ein professionelles Gesundheitsmanagement“, führte Minister Uwe Schünemann aus.

„Trotz der Einsparverpflichtungen hat die Landesregierung eine Vielzahl von Maßnahmen umgesetzt, die die Attraktivität des Polizeiberufs steigern, die Ausdruck der Wertschätzung gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind sowie dem Sicherheitsanspruch der Bevölkerung Rechnung tragen. Der Polizeiberuf in Niedersachsen ist in einem hohen Maße attraktiv. Die Chancen und Perspektiven sind vielfältig und zukunftsweisend. Mit hoch motivierten Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten sind wir flächendeckend präsent“, so der Innenminister.

Seit der Regierungsübernahme im Jahr 2003 hat Niedersachsen die zweigeteilte Laufbahn ohne zusätzliche Stellenstreichungen erfolgreich abgeschlossen. Alle niedersächsischen Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamte besetzen damit Stellen des ehemaligen gehobenen Dienstes. Sie sind dabei besser gestellt, als Polizeibeamtinnen und – beamte in anderen Ländern und dem Bund, in denen es noch den ehemaligen mittleren Dienst gibt.

Von den rund 240.000 Polizeistellen beim Bund und den Ländern sind derzeit rund 30 % Stellen des mittleren Dienstes. In Niedersachsen bestehen diese Stellen seit 2006 nicht mehr. Entgegen dem bundesweit festzustellenden Trend wurden durch kontinuierlich geschaffene Stellen (dem sog. 1000-er Programm) so viele Stellen für Polizeivollzugsbeamtinnen und – beamte zur Verfügung gestellt wie nie zuvor in der 60-jährigen Geschichte des Landes.

Im Stellenplan für das Jahr 2013 sind es 18145. „Durch 800 Neueinstellungen im Polizeivollzug allein in den Jahren 2003 – 2008 sowie die Übernahme von 200 Beschäftigten aus der allgemeinen Verwaltung zur Entlastung des Polizeivollzugs konnte die polizeiliche Präsenz vor Ort deutlich gesteigert werden. Allein gegenüber dem Jahr 1998 haben wir 1.000 Stellen mehr, während bundesweit in diesem Zeitraum knapp 9.000 Stellen abgebaut wurden“, führte Schünemann weiter aus.

Durch Stellenhebungen und damit einhergehenden Beförderungsmöglichkeiten wurden deutliche strukturelle Verbesserungen im Personalhaushalt der Polizei initiiert. In dem Zeitraum zwischen 2003 und Mitte 2012 konnten insgesamt 8800 niedersächsische Polizeivollzugsbeamtinnen und –beamte befördert werden. Ein wesentlicher Anteil resultierte aus umfangreichen Stellenhebungsprogrammen. In den Jahren 2003 bis 2012 wurden damit 3243 Stellenhebungen in den Landeshaushalt aufgenommen. Allein im Jahr 2012 können insgesamt zusätzliche 1500 Beförderungen durchgeführt werden. 819 davon werden durch Stellenhebungen ermöglicht. In den Jahren 2011 und 2012 wurden zudem 53 Verwaltungsbeamte befördert und im gleichen Zeitraum 189 Höhergruppierungen im Tarifpersonal vorgenommen. „Durch die damit verbundenen Beförderungsmöglichkeiten werden Karrierechancen eröffnet. Die Polizei ist weiterhin ein attraktiver Arbeitgeber. Dies soll aus Sicht der Landesregierung auch so bleiben. Trotz des herausragend wichtigen Ziels der Haushaltskonsolidierung ist es auch weiterhin die Absicht der Landesregierung, finanzielle Gestaltungsspielräume vorrangig zur weiteren Verbesserung der Stellenstruktur der Polizei zu nutzen“, sagte Schünemann.

Das Personalmanagement der niedersächsischen Polizei basiert auf regelmäßigen Personalstrukturanalysen. Nach einer intensiven Auswertung des vorhandenen Datenmaterials werden bis zum 31.12.2029 über 10.200 Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte in den Ruhestand treten. „Der demografische Wandel stellt für die niedersächsische Polizei einerseits eine Herausforderung und andererseits eine große Chance dar. Innerhalb der Polizei hat die Nachwuchswerbung daher eine herausragende Bedeutung. Wir haben diese Entwicklung schon vor längerer Zeit erkannt, wichtige und richtige Maßnahmen getroffen und somit die Situation fest im Griff“, so Schünemann.

Die Einstellungszahlen werden regelmäßig bedarfsgerecht ermittelt. Sie können und müssen daher nicht auf eine jährliche Größe festgelegt werden, zumal auch in der Spitze bis zu 900 Neueinstellungen erforderlich werden.

So wird in einer längerfristigen Prognose mit vier Jahren Vorlauf (drei Jahre Studium und ein Jahr Vorlauf für das Einstellungsverfahren) die zu erwartende Entwicklung des Personalkörpers abgeschätzt. Erhoben werden die Abgänge durch Entlassung, durch Krankheit und familienbedingte Abwesenheiten. Im letzten Jahr wurden beispielsweise 606 neue Kommissaranwärterinnen und –anwärter eingestellt, zum 01.10.2012 sind 680 Einstellungen erfolgt und für den 01.10.2013 sind mindestens 600 geplant.

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