GdP warnt vor anonymisiertem Zugang zu öffentlichen WLAN-Netzen

13. Oktober 2012 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen | Drucken

„Öffentlich zugängliche WLAN-Netze dürfen nicht zu staatlich organisierten Einfallstoren anonymer Internetkrimineller werden“, warnt die Gewerkschaft der Polizei (GdP) angesichts der Planungen mehrerer Bundesländer, an ausgewählten Orten den freien Zugang zum Internet zu ermöglichen. Bernhard Witthaut, GdP-Bundesvorsitzender: „So lobenswert es ist, allen Menschen einen unkomplizierten und kostenlosen Zugang zum Internet zu ermöglichen, so gefährlich wäre es nicht zu wissen, wer den virtuellen Raum betritt.“ Einen unkontrollierbaren Zutritt zum Netz zu schaffen, hieße, den Sicherheitsbehörden die Augen fest zu verbinden.“ Witthaut forderte die politisch Verantwortlichen auf, sicherzustellen, dass auch bei freien WLAN-Zugängen immer nachvollziehbar bleibe, wer das Angebot genutzt habe.

Die rasant wachsende Internetkriminalität stelle die Polizei schon jetzt vor große Herausforderungen. Nach der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) sei der durch Cybercrime registrierte verursachte Schaden im Jahr 2011 um 16 Prozent auf insgesamt 71,2 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr gestiegen (2010: 61,5 Mio. Euro).

Die Polizei, so Witthaut, wolle indes nicht in Datensammelwut ausbrechen. Dies gelte erst recht vor dem Hintergrund des noch schwelenden Konflikts um die Speicherung von Telekommunikations-Verkehrsdaten. Witthaut: „Für die Abwehr konkreter, erheblicher Gefahren und für die Aufklärung schwerer Straftaten ist es unerlässlich, Verbindungsdaten aus dem Bereich der Telekommunikation rechtssicher erfassen und auswerten zu können. Nach Überzeugung der GdP dürfen Verbindungsdaten aber nur dann ausgewertet werden, wenn dies zur Aufklärung schwerer Straftaten wie Kapitalverbrechen, organisierter Kriminalität oder Terrorismus zwingend notwendig ist. Zudem muss die Verkehrsdatenspeicherung in vollem Einklang mit den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts stehen.“

Die GdP spreche sich, so Witthaut, für die getrennte Speicherung, für eine asymmetrische Verschlüsselung, für ein Vier-Augen-Prinzip und für eine sichere Protokollierung von Zugriffen und Löschungen aus. Erst wenn diese für die innere Sicherheit Deutschlands gefährliche Lücke geschlossen wurde, könne man darüber nachdenken, die Nutzung des Internets weiter zu fördern.

 

1 Kommentar
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  1. Ich empfehle die „Endian“ Firewall ( http://de.wikipedia.org/wiki/Endian_Firewall ), sie funktioniert und sichert relativ zuverlässig die Zugänge ab.

    Des weiteren teile ich die Meinung von Hr. Witthaut nicht, auch ein offenes W-Lan kann mit entsprechenden Sicherungsmaßnahmen betrieben werden, welche das sind/sein würden, hängt von den Vorstellungen der Betreiber ab, eine Website die über die Einschränkungen informiert und eine Bestätigung verlangt, ein Zertifikat für die Verschlüsselung (eine begrenzte Zeit und nur auf dem Rechner gültig, auf den es abgestimmt wurde) … das sollte für den Normalbürger genügen, ein Krimineller klinkt sich durch eine Hintertür (z.B. WPS) in einen Router ein …
    Ferner, stimme ich Hr. Witthaut nicht zu … hat eine Behörde das Recht eine Form der „Datensammelwut“ auszuüben, dann wird sie es auch tun!
    … es muss ja einen „Schuldigen“ geben, wenn man keinen findet, hat man nur nicht genug gesucht!
    Also, wird man (durch-)suchen wie und was man kann, nur um Ergebnisse vorweisen zu können!

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