Bildung für Jugendvollzug von überragender Bedeutung

13. Oktober 2012 | Themenbereich: Sachsen-Anhalt, Strafvollzug | Drucken

Zum zehnjährigen Bestehen der Jugendanstalt Raßnitz hat Justizministerin Professor Angela Kolb den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren engagierten Einsatz gedankt.

Eine Jugendanstalt stelle an alle Beteiligten besondere Herausforderungen. Kolb: „Es geht im Jugendstrafrecht nicht in erster Linie um Bestrafung im Sinne einer vergeltenden Sanktionierung für zurückliegende Verfehlungen. Der Aufenthalt in der Jugendanstalt soll vielmehr Alternativen aufzeigen, soll von einem erzieherischen Ansatz geleitet sein.“

Die Begehung von Straftaten durch Jugendliche sei ganz überwiegend Ausdruck von generellen Defiziten im Umgang mit dem täglichen Leben. „Bildung ist von überragender Bedeutung. Ca. 70 % der Jugendlichen, die hier sind, haben keinen Schul- bzw. Berufsabschluss. Wir wollen die Chance eröffnen, diesen Schulabschluss nachzuholen“, sagte die Ministerin. Daneben stünden spezielle Trainings- und Behandlungsmaßnahmen für junge Gewalttäter. Da diese einen hohen Anteil des Klientels ausmachten, seien solche Angebote von großer Bedeutung.

Behandlungsmaßnahmen spielten im vom Erziehungsgedanken geprägten Jugendstrafvollzug insgesamt eine zentrale Rolle, betonte Kolb, und verwies auch auf die Wichtigkeit an Angeboten wie Suchtberatung, Anti-Gewalt-Training und Sport.

Kolb: „Der Jugendstrafvollzug dient dem Ziel, den Gefangenen zu befähigen, künftig in sozialer Verantwortung ein Leben ohne Straftaten zu führen. Gleichermaßen hat er die Aufgabe, die Allgemeinheit vor Straftaten zu schützen. Die Voraussetzungen dafür sind in der Jugendanstalt Raßnitz gut.“

In Raßnitz werden Jugendstrafe sowie Untersuchungshaft an männlichen Jugendlichen und Heranwachsenden vollzogen. Zu Monatsbeginn waren 303 junge Männer inhaftiert.

 

 

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