Pilotfunktion für Bodenverkehrsdienste an deutschen Flughäfen

12. Oktober 2012 | Themenbereich: Interessenvertretungen, komba | Drucken

In seiner Sitzung am 10. Oktober 2012 hat der Verwaltungsausschuss der Stadt Stuttgart den Antrag von SPD und Bündnis 90/Die GRÜNEN, die Arbeitsbedingungen für die Bodenverkehrsmitarbeiter am Landesflughafen Stuttgart zu verbessern, eindeutig angenommen. Vorausgegangen waren zahlreiche Debatten um die Flughafen-Tochterfirma Airport Ground Service (AGS), die unter anderem ihre Beschäftigten im Vorfeld zu deutlich niedrigeren Löhnen hat schuften lassen. Die komba gewerkschaft, größte Fachgewerkschaft im dbb beamtenbund und tarifunion, setzt sich seit Monaten dafür ein, einen angemessenen Tarifvertrag mit vergleichbaren sozialen Standards zum TVöD zu erreichen – mit Erfolg: „Mit der Annahme hat sich nun auch der zweite Gesellschafter der Flughafen Stuttgart GmbH, die Stadt Stuttgart, für die von uns geforderten Verbesserungen ausgesprochen. Damit werden die anstehenden Tarifverhandlungen bei der AGS GmbH am kommenden Montag nachhaltig unterstützt und maßgeblich vorangetrieben“, so Ulrich Silberbach, Bundesvorsitzender der komba gewerkschaft.

  Pilotfunktion für einen Flächentarifvertrag

Unmissverständlich hat der Gemeinderat der Stadt, wie auch zuvor der Landtag von Baden-Württemberg, klare Forderungen an die komba gewerkschaft gestellt: Am Ende muss es das Ziel sein, einen einheitlichen Tarifvertrag einzuführen, der allgemeinverbindlich für alle Bodenverkehrsdienste an deutschen Flughäfen ist. Bereits am 20. September hatte dafür unter anderem auch der Finanz- und Wirtschaftsausschuss des Landtags fraktionsübergreifend entschieden, dass ein Tarifvertrag bei der AGS GmbH abgeschlossen werden muss, um damit sozial vergleichbare Regelungen zu den Beschäftigten der Flughafen Stuttgart GmbH zu schaffen.

„Die komba gewerkschaft ist sich ihrer Verantwortung gegenüber den Beschäftigten und der Politik durchaus bewusst. Wir haben die Diskussionen angestoßen und können damit mehr erreichen, als wir uns je gedacht haben“, so Markus Kohler, Vorsitzender der komba-Fachgruppe Flughafen Stuttgart. Nicht ausgeschlossen werden kann, dass der angestrebte Haustarifvertrag bei der AGS GmbH am Landesflughafen eine Pilotfunktion für einen Flächentarifvertrag übernehmen wird. Silberbach dazu: „Wir haben nun die Möglichkeit, einen wichtigen Grundstein für faire Arbeitsverhältnisse der Vorfeldmitarbeiter an deutschen Flughäfen zu legen. Diese Herausforderung nehmen wir gerne an und werden uns dabei weder mit finanziellen, noch sozialen Halbherzigkeiten zufrieden geben.“

Quelle: komba gewerkschaft

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