12 % mehr Wohnungseinbrüche im 1. Halbjahr 2012

5. Oktober 2012 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen, Nordrhein Westfalen | Drucken

„Mit der Steigerung der Wohnungseinbrüche im 1. Halbjahr 2012 ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Der Beginn der von Einbrecherbanden geschätzten dunklen Jahreszeit lässt Schlimmes befürchten. Nach über 50.000 Wohnungseinbrüchen im letzten Jahr dürfte die Schallgrenze von 60.000 Einbrüchen in die Wohnungen unserer Bürgerinnen und Bürger übertroffen werden. Die kriminellen Banden, die Innenminister Ralf Jaeger laut Medienberichten dabei ausgemacht hat, schrecken auch vor Gewalt nicht zurück. Die kommen in jede Wohnung, mag sie auch noch so gesichert sein“, erklärte der BDK-Landesvorsitzende Wilfried Albishausen heute in Düsseldorf.

Unsere Ermittlerinnen und Ermittler fragen sich nicht erst seit heute, mit welchen Ermittlern der Innenminister die „südosteuropäischen Banden“ ins Visier nehmen will. Angesichts eines seit 1992 unveränderten Personalbestandes (8.300 – 20% des Gesamtpersonals) bei der Kripo in NRW, ständig neu definierter Schwerpunkte und Aufgaben und einem nicht vergüteten Berg von sage und schreibe 2 Millionen Überstunden bleibt keine Zeit für die notwendigen und aufwändigen Ermittlungen gegen Einbrecherbanden – von Ermittlungen in Kommissionsstärke ganz zu schweigen.

Das sind die Tatsachen, die die Entwicklung der Fallzahlen beeinflussen. Diese Faktoren erlauben eben nicht mehr als die Aufklärungsquote von inakzeptablen 12%.

„Wir haben in Nordrhein-Westfalen ausgezeichnete und leistungsstarke Ermittlerinnen und Ermittler. Man muss sie nur aufklären lassen und sie nicht ständig mit immer neuen Projekten und Aufgaben von dieser Arbeit abhalten. Ein Blick in die Realität der Kriminalkommissariate würde deutlich machen, warum Ermittler nur 60 Minuten Zeit haben, einen Wohnungseinbruch aufzuklären“.

„Wenn Innenminister Jaeger ernsthaft etwas bewegen will, muss er den Personalbestand der Kripo erhöhen. Dabei sollte er auch die stetig anwachsenden 2 Millionen Überstunden ins Visier nehmen. Damit wäre der Kripo und den Bürgerinnen und Bürgern mehr geholfen, als gut klingende Projekte in den Medien ohne Personalsubstanz“, erklärte Wilfried Albishausen abschließend in Düsseldorf.

 

 

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