GdP warnt vor Aderlass bei der Polizei

4. Oktober 2012 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen, Nordrhein Westfalen | Drucken

Weil immer mehr erfahrene Polizisten aus Altersgründen aus den Verkehrs- und Kriminalkommissariaten ausscheiden, droht der Polizei in Nordrhein-Westfalen in den kommenden Jahren nicht nur ein massiver Personalengpass, sondern auch ein enormer Wissensverlust. Darauf hat der stellvertretende Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Peter Hugo, in der heutigen Anhörung des Landtags zum Personalhaushalt hingewiesen. Nach Berechnungen der GdP scheiden bei der Polizei bis 2025 zwei Drittel aller Führungskräfte des höheren Dienstes aus. Gleichzeitig steigt bis Ende des Jahrzehnts die Zahl der Pensionierungen auf über 2000 Polizisten pro Jahr.

Der stellvertretende GdP-Vorsitzende warnte in der Anhörung die Landesregierung davor, die Folgen des enormen personellen Aderlasses bei der Polizei zu unterschätzen. „Mit dem Ausscheiden älterer, erfahrener Kolleginnen und Kollegen geht der Polizei viel Sach- und Fachverstand verloren, der nur schwer zu ersetzen ist“, sagte Hugo. Die GdP dringt deshalb darauf, dass die Zahl der Polizeibeamten, die durch ein Masterstudium an der Deutschen Polizeihochschule in Münster auf die Übernahme von Führungsfunktionen vorbereitet werden, auf 50 erhöht wird. Zudem muss die Zahl der Neueinstellungen bei der Polizei ab dem kommenden Jahr auf 1700 steigen.

Zur Frage der Finanzierung der zusätzlichen Stellen erinnerte Hugo daran, dass die Polizistinnen und Polizisten allein wegen der Verschiebung des Haushalts in den Herbst dem Land 8,5 Millionen Euro an Minderausgaben eingebracht haben, weil geplante Beförderungen nicht ausgesprochen werden konnten. Zudem würden 1700 Neueinstellungen lediglich dazu führen, dass die aus Altersgründen frei werdenden Stellen wieder besetzt werden können. „Das Geld für die Stellen ist also da, es muss jetzt auch für die Polizei ausgegeben werden“, sagte Hugo. Auch nach Berechnungen des Innenministeriums reichen die derzeit 1400 Neueinstellungen allenfalls, um die Abgänge bis zum Jahr 2015 auszugleichen.

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