ver.di NRW droht mit bundesweiten Streiks im Bereich Flughafensicherheit

2. Oktober 2012 | Themenbereich: Security | Drucken

Am nächsten Montag sollen in Berlin die Tarifverhandlungen zum Abschluss eines bundesweiten Manteltarifvertrages für die 15.000 Sicherheitsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter an Verkehrsflughäfen fortgesetzt werden. „Doch bevor sich die Tarifvertragsparteien erneut treffen, überschatten Streikdrohungen aus NRW den Fortgang der Verhandlungen und belasten das bisher offene und konstruktive Verhandlungsklima“, so Dr. Harald Olschok, Hauptgeschäftsführer des BDSW.

Der Presse haben wir entnehmen müssen, dass es bei den bundesweiten Verhandlungen zum Abschluss eines Manteltarifvertrages für die 15.000 Sicherheitsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter noch in den Herbstferien zu Streiks kommen kann, so Olschok. Bereits im Juni hatten Warnstreiks an fünf deutschen Flughäfen zu Verspätungen geführt. Betroffen davon waren die Airports in Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt am Main, Bremen und Hannover. Insgesamt waren rund 500 Beschäftigte der privaten Sicherheitsdienstleister, die unter anderem für Personen- und Gepäckkontrollen zuständig sind, aufgerufen, ihre Arbeit für rund zwei Stunden niederzulegen. Damit wollte ver.di den Druck in den laufenden Tarifverhandlungen erhöhen.

Es gehe bei der Tarifauseinandersetzung, so Olschok, nicht um Löhne, diese sind in den Ländertarifen festgelegt und sind die bei weitem höchsten im Sicherheitsgewerbe. Gestritten wird um den Neuabschluss eines Manteltarifvertrages, der die allgemeinen Arbeitsbedingungen festlegt. „Der Manteltarifvertrag umfasst 22 Paragrafen; bei den meisten sind wir uns mit ver.di einig. Über Arbeitszeitflexibilisierung, Befristung von Arbeitsverträgen sowie Beendigung und Ruhen von Arbeitsverhältnissen haben wir ausgiebig verhandelt. Wir hatten bereits ein Angebot abgegeben, das sich deutlich an die Forderungen der Gewerkschaft anlehnt“, so Olschok.

Es entstehe der Eindruck, dass frustrierte Gewerkschaftssekretäre mit Streikdrohungen die Verhandlungen torpedieren wollen. „Die Bundesverwaltung von ver.di ist nun gefordert, den Kollegen in NRW, die für die Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn zuständig sind, die „Rote Karte“ zu zeigen“, so Olschok.

Mit den Verhandlungen zum Abschluss eines bundesweiten Manteltarifvertrages gehen wir außerdem einen „historischen“ Weg. Erstmalig sitzen alle Unternehmen, die Sicherheitsaufgaben nach dem Luftsicherheitsgesetz auf den deutschen Verkehrsflughäfen wahrnehmen, an einem Tisch. Gemeinsam mit diesen Unternehmen, die nicht Mitglied im Arbeitgeberverband BDSW sind, wird ein gemeinsamer Tarifvertrag verhandelt. Das zeige überdeutlich, wie wichtig uns marktgerechte Löhne und gute Arbeitsbedingungen für die 15.000 Sicherheitsbeschäftigten an Verkehrsflughäfen seien, die eine überaus wichtige Funktion für die Sicherheit des Luftverkehrs hätten, so Olschok abschließend.

 

 

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