Tödlicher Messerangriff in Jobcenter kein Einzelfall

27. September 2012 | Themenbereich: Deutsche Polizeigewerkschaft, Interessenvertretungen, Nordrhein Westfalen | Drucken

Der tödliche Messerangriff auf eine 32jährige Mitarbeiterin der Arge Einrichtung in Neuss ist kein Einzelfall. Wir erinnern uns an den Angriff einer 39jährigen Frau in einem Frankfurter Jobcenter 2011, aber auch sonst nehmen die An- und Übergriffe auf die Beschäftigten dort stets zu. Häufig sind die Anlässe ablehnende Bescheide in Hartz IV Verfahren. Bei einer Befragung von 500 Mitarbeitern im Jahre 2009 gaben knapp 25% der Befragten an, bereits einmal Opfer eines Übergriffs gewesen zu sein. Die Zahlen werden sich bis heute nicht verbessert haben. Vor allem die Leistungsabteilungen der Ämter sind das Ziel solcher Angriffe.

Die Gesetzeslage ist viel zu kompliziert und häufig weder einsehbar und geschweige dann nachvollziehbar. Die in den letzten Jahren hohen Quoten – zig hunderttausende Klagen – der erfolgreichen Widersprüche und Klagen belegen, dass der Gesetzgeber handeln muss. Die Betroffenen Menschen müssen das Handeln der öffentlichen Verwaltung nachvollziehen können. Wenn es um die Existenz geht, dann sind Kurzschlusshandlungen aus Wut und Verzweiflung alles andere als unvorhersehbar.

Dazu Bundesvorstandsmitglied und NRW-Landesvorsitzender Erich Rettinghaus:   „Nichts rechtfertigt jedoch den brutalen und tödlichen Messerangriff auf die junge Frau. Jetzt muss sich die Mordkommission mit dem Täter beschäftigen, auch ob es bereits einschlägige Vorstrafen oder Vorfälle gegeben hat. Bei der Gewalt gegen Polizeibeamte beklagen wir auch eine stetig steigende Zahl der gewalttätigen und bewaffneten Übergriffe – teils mit schwer oder tödlich verletzten Polizeibeamten.

Ebenso gerichtet gegen die Feuerwehr und Rettungskräfte. Das richtet sich insgesamt gegen den Staat und seine Institutionen und ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, dass es gemeinsam und schnell zu lösen gilt.

Auch wenn die Jobcenter autark handeln, hat der öffentliche Arbeitgeber die Verpflichtung für den Schutz der Beschäftigten zu sorgen. Dazu gehört neben ausreichend geschultem Personal und Verhaltenstraining, zuverlässige Zugangssteuerung, Abstände im Büro, Barrieren im Büro die nicht so einfach zu überwinden sind und notfalls Kontrollen durch zertifizierte Sicherheitsdienste, ausreichende Fluchtwege, Videoüberwachung und Alarmierungsmöglichkeiten in Gefahrensituationen.

Die Arbeitsagenturen und Jobcenter sind keine sicheren Arbeitsplätze!!“

 

 

 

 

 

 

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