Fliegerstaffel der Polizei feiert Jubiläum

27. September 2012 | Themenbereich: Nordrhein Westfalen, Polizei | Drucken

In höchstens 30 Minuten sind sie an jedem beliebigen Einsatzort im Land: Oft sind die Alarmhubschrauber der Polizeifliegerstaffel Nordrhein-Westfalen eher vor Ort als die Einsatzkräfte am Boden. Pro Jahr werden sie zu durchschnittlich 2.800 Einsätzen gerufen. Dabei bringen sie es auf etwa 6.500 Einsatzstunden.

„Hubschrauber sind für die Polizeiarbeit unverzichtbar“, erklärte NRW-Innenminister Ralf Jäger auf dem Festakt (27. September) am Düsseldorfer Flughafen. Dort hat die Polizeifliegerstaffel NRW heute ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert.

Die Einsatzgebiete der Fliegerstaffel haben sich in den zurückliegenden Jahren rasant verändert. Die Vogelperspektive hat sich als unersetzlich bei der Beobachtung von Großveranstaltungen und Demonstrationen erwiesen sowie bei Einsätzen in Gefahren- und Schadenslagen. Die „Hummeln“, wie sie im Polizeijargon genannt werden, eignen sich sehr gut als Einsatzmittel bei einer Geiselnahme oder Erpressung, Entführung, einer Fahndung nach einem Raubüberfall oder um nach Vermissten in unwegsamem Gelände zu suchen.

Die nordrhein-westfälische Polizeifliegerstaffel befindet sich mit ihren Fluggeräten am Düsseldorfer Flughafen und am Flughafen Dortmund. Mit ihrer Bereitschaft ist sie rund um die Uhr ansprechbar und das an allen 365 Tagen des Jahres. Aktuell hat die Fliegerstaffel 67 Mitarbeiter, davon 36 Piloten und acht Operator.

Die NRW-Polizei verfügt zurzeit über zwei Transporthubschrauber vom Typ Eurocopter EC 155, die beim Transport von Spezialeinheiten zum Einsatz kommen. Sie können im Bedarfsfall bis zu acht ausgerüstete Einsatzkräfte transportiert werden. Eine Abgleitvorrichtung ermöglicht es, die Kräfte in unmittelbarer Nähe eines Einsatzortes abzusetzen. Fünf weitere Helikopter vom Typ Bölkow BK 117 sind mit hochempfindlichen Überwachungsgeräten wie Wärmebild- und Videokameras ausgestattet. Sie bilden als Alarmhubschrauber das Rückgrat der Staffel. Technisch sind die Hubschrauber auf Nachtflüge eingestellt. Dafür sind die Helme der Piloten mit Restlichtverstärker versehen, die aussehen wie kleine Ferngläser. Sie intensivieren das Licht 125.000fach, womit für den Piloten die Nacht zum Tag gemacht wird.

„Wir haben die Reaktionszeit und die Erfolgschancen der Polizei bei brisanten Einsätzen ganz erheblich verbessern können“, betonte Jäger und nannte einige aktuelle Beispiele: Die Polizei hat im Februar in einer kalten Nacht nach einem stark alkoholisierten Jugendlichen gesucht. Nach einer nächtlichen Zechtour war der Vermisste von einem Freund zuletzt auf einem Feldweg in der Nähe der A 40 gesehen worden. Nach kurzer Suche entdeckten die angeforderten Polizeiflieger aus Düsseldorf gegen 2.15 Uhr auf einem Feld eine Wärmequelle. Beim Überflug sahen sie den am Boden liegenden Körper des Jungen. Lebend, aber mit starken Unterkühlungen wurde der Junge durch herbeigerufene Rettungskräfte ins Krankenhaus gebracht.

Ein anderer Fall: Nachts gegen 2.00 Uhr sprang in Düsseldorf eine 39-jährige Frau von einer Brücke in den Rhein, um sich das Leben zu nehmen. Der für die Suche alarmierte Polizeihubschrauber konnte die Frau mit Hilfe der Wärmebildkamera im Wasser lokalisieren und ihre Position ausleuchten. Daraufhin gelang es weiteren Einsatzkräften, die Frau am Düsseldorfer Jachthafen lebend aus dem Wasser zu bergen.

Jäger schloss in seiner Laudatio ausdrücklich die Mitarbeiter des luftfahrttechnischen Betriebes mit ein. „Allein der Wartungsplan der Hubschrauber für ein Jahr ist bei all den Intervallen eine logistische Meisterleistung.“

Gegründet wurde die Fliegerstaffel des Landes Nordrhein-Westfalen im Jahr 1962. Mit zwei Helikoptern des Typs Bell 47 J, zwei Piloten und drei Bordwarten begann die Hubschrauberstaffel Rheinland vor 50 Jahren ihren Dienst. Erster Standort war die Bereitschaftspolizeiabteilung III in Wuppertal, wo man von einem Garagenhof aus operierte. Ihre Hauptaufgabe war es, den Verkehr zu überwachen und Staus auf den Bundesautobahnen zu melden.

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