Es hat sich eine Menge getan

23. September 2012 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen, Nordrhein Westfalen | Drucken

Inzwischen ist es normaler Alltag: Jedes Jahr treten in NRW mehrere hundert Frauen ihre dreijährige Ausbildung als Polizistinnen an. 2011 waren 516 von 1400 Polizeischülerinnen und -schülern Frauen. Das ist ein Anteil von 36,9 Prozent. In diesem Jahr liegt der Frauenanteil unter allen Kommissaranwärterinnen und -anwärtern ähnlich hoch, bei 37,9 Prozent. Für die GdP ist das Anlass genug, um eine Bilanz zu ziehen: „30 Jahre Frauen bei der Polizei bei Schutzpolizei NRW. Blick zurück nach vorn“ lautet deshalb der Titel einer Festveranstaltung am 23. Oktober in Düsseldorf, zu der der GdP-Landesbezirk nicht nur die Frauen eingeladen hat.

Was heute Normalität ist, war vor 30 Jahren eine kleine Sensation. 1982 kamen erstmals auch Frauen nach Selm-Bork und Stukenbrock, Brühl und Linnich, Wuppertal und Bochum, um sich zu Polizistinnen ausbilden zu lassen. Für die „Pilotfrauen der ersten Stunde“ war es nicht immer einfach, die Männerdomäne Polizei zu besetzen. Denn bei der Polizei musste nicht nur organisatorisch vieles geändert werden, um die Ausbildung auch für Frauen zu öffnen, sondern auch viele Lehrkräfte und viele männliche Polizeischüler mussten sich auf die veränderte Situation erst einstellen. Ein anfangs mühsamer Prozess.

Inzwischen haben die Frauen in der nordrhein-westfälischen Polizei eine Menge bewegt. Frauen sind in der polizeilichen Praxis nicht mehr wegzudenken. Mit ihrem vermehrten Auftreten hat sich nicht nur das Bild der Polizei in der Öffentlichkeit gewandelt, sondern auch viele interne Strukturen haben sich nachhaltig verändert: Der Blick auf die Gestaltung des Schichtdienstes ist akzentuierter geworden. Fragen nach der Ausstattung der Polizei haben neue Aspekte hinzugewonnen, von der Uniform bis zum Toilettenkraftwagen. Auch die Frage der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist mehr ins Zentrum der Personalplanung gerückt. Neue Herausforderungen sind in den vergangenen Jahren hinzu gekommen: Die Möglichkeiten der Frauenförderung aber auch die Beurteilungsproblematik bilden seit einigen Jahren verstärkt Anlass für neue, aktuelle Diskussionsprozesse. Der Zugang von Frauen zu Führungsfunktionen gewinnt an Brisanz. Ihr Anteil von 6 Prozent an allen Führungsfunktionen ist nicht zufriedenstellend, angesichts des Frauenanteils unter allen Polizeibeamten in NRW von inzwischen 16 Prozent. Es bleibt also noch eine Menge zu tun, auch innerhalb der GdP.

Redner der Fest- und Informationsveranstaltung am 23. Oktober im Bürgersaal Bilk sind u.a. Innenminister Ralf Jäger, die Duisburger Polizeipräsidentin Dr. Elke Bartels und die GdP-Frauenvorsitzenden von Land und Bund, Martina Filla und Dagmar Hölzl. Die Kabarettistin Ingo Münch sorgt dafür, dass an diesem Tag nicht nur diskutiert, sondern auch gefeiert wird.

 

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