Historische Entscheidung für die Hamburger Kripo

13. September 2012 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Hamburg, Interessenvertretungen | Drucken

Der gestrige Tag ist für die Hamburger Kriminalpolizei ab sofort ein historisches Datum. Fast vier Jahrzehnte hat es gedauert. Etliche BDK-Generationen haben daran gearbeitet. Nun gab es endlich die lang erwartete epochale Grundsatzentscheidung. Eine Entscheidung mit Beispielcharakter für die gesamte Kriminalpolizei in Deutschland.

Am Dienstagnachmittag wurden die Rahmenbedingungen für die Polizeireform von Innensenator Michael Neumann und Polizeipräsident Wolfgang Kopitzsch der Innendeputation präsentiert und von dieser verabschiedet. Damit ist der Startschuss für die inhaltliche Gestaltung der Polizeireform gefallen.

Die Polizei Hamburg wird zukünftig in die Bereiche „Direktion Einsatz“, „Direktion Polizeikommissariate und Verkehr“, „WSP“, „Verwaltung“, „LKA“ und „IT“ organisiert. Eine über alle Organisationsbereiche hinaus wirkende Änderung ist die Ausrichtung der Stabsarbeit an ein Fachstabsprinzip. Das Modell der „PK-Philosophie“ wird nicht fortgesetzt. Die KED und die ZD 6 werden in das neue LKA integriert. Zukünftig gilt für die Polizei Hamburg das kooperative Modell. Das bedeutet, dass Kripo und Schutzpolizei Seite an Seite organisiert werden und zukünftig kooperativ zusammenarbeiten. Die gesamte Kriminalitätsbekämpfung wird in einer Organisation – dem LKA – erfolgen. In der örtlichen Ebene wird es 8 Kriminalkommissariate (Standorte: PK 14, 21, 23, 31, 37, 42, 43, 46) mit „Außenstellen“ an den anderen 16 Standorten geben, die zukünftig gemeinsam das neue LKA 1 bilden werden.

Für die verantwortlichen Protagonisten, allen voran LKAL Thomas Menzel, aber auch für den BDK, beginnt nun die nächste und wohl anspruchsvollste und schwierigste Phase des Gesamtprozesses: Die Ausgestaltung der Kriminalpolizei der Zukunft. Dabei werden insbesondere die Struktur und Organisation der örtlichen Kriminalkommissariate, aber auch die der Dienststellen im derzeitigen LKA, im Fokus stehen. Viele Kolleginnen und Kollegen befinden sich derzeit im Ungewissen, was mit ihrer Dienststelle geschehen wird. Sowohl aus fachlichen wie auch aus sozialen Gründen müssen die Mitarbeiter sehr zeitnah eng – und ernsthaft – einbezogen und der „Prozess von unten nach oben“ umgesetzt werden. Nur wenn die betroffenen Kolleginnen und Kollegen die Möglichkeit erhalten, sich in den weiteren Prozess mit einzubringen, kann sichergestellt werden, dass die zukünftige Kriminalpolizei den fachlichen Ansprüchen genügen wird und parallel auch die Belange der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Berücksichtigung finden.

Natürlich wird diese Reform zwangsläufig Veränderungen mit sich bringen, u.a. auch in den Leitungsfunktionen. Der BDK wird auch weiterhin besonderes Augenmerk auf die betroffenen Funktionen bzw. Stellen legen. Die Kripo braucht diese Stellen, für die Ausgestaltung der neuen Kripo-Organisation und zur Schaffung einer gerechten Bewertung der kriminalpolizeilichen Funktionen, sowie zum Erhalt von Beförderungsperspektiven. Die eindeutige Aussage des Innensenators gegenüber dem BDK dazu: „Die Reform ist kein Stellensparprogramm!“ An diesen Worten werden wir Senator Neumann natürlich messen.

Wir alle haben nun die Möglichkeit, ein neues Kapitel in der Geschichte der Kriminalpolizei Hamburg zu schreiben. Lasst uns gemeinsam diese Chance nutzen!

 

 

 

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