Bildungsstatistik für den Justizvollzug

11. September 2012 | Themenbereich: Baden-Württemberg, Strafvollzug | Drucken

Mit dem Beginn des neuen Schuljahrs wird nicht nur in Schulen in den Kommunen wieder die Schulbank gedrückt. Auch in den Justizvollzugsanstalten des Landes wird gelernt, gelehrt und ausgebildet. „Die schulische und die berufliche Bildung spielen eine große Rolle für die soziale Integration“, sagte Justizminister Rainer Stickelberger am Montag in Stuttgart: „Deshalb sind der Schulunterricht und die Berufsausbildung im Justizvollzug besonders wichtig. Inhaftierte bekommen auf diese Weise eine gute Chance auf eine Resozialisierung und ein straffreies Leben.“

Im Schuljahr 2010/2011 hätten insgesamt 402 Inhaftierte diese Chance gewahrt und erfolgreich einen Schul- oder Berufsabschluss abgelegt, erläuterte der Minister. Darunter waren 181 Gefangene, die einen Hauptschulabschluss erreichten (Schuljahr 2009/2010: 177). 22 erlangten den Realschulabschluss (32) und fünf die Fachhochschulreife (14). Insgesamt nahmen 433 Inhaftierte am Schulunterricht teil (426).

Auch studiert wurde in den Justizvollzugsanstalten: 17 Inhaftierte absolvierten ein Fernstudium. Wie schon ein Jahr zuvor schlossen 194 Gefangene eine Be-rufsausbildung ab. Als erfreulich bezeichnete es Stickelberger, dass sich im Ausbildungsjahr 2010/2011 deutlich mehr Gefangene in einer beruflichen Ausbildung befanden als noch im Vorjahr. „Die Zahl hat sich von 497 auf 534 erhöht“, so der Justizminister, „und das, obwohl die Gesamtzahl der Gefangenen im selben Zeitraum rückläufig war.“ Er führte das unter anderem auf die Bildungs- und Berufsberatung in den Justizvollzugsanstalten zurück: „Wo es gelingt, Gefangene von der Wichtigkeit einer Schul- und Berufsausbildung zu überzeugen, gelingt gleichzeitig ein großer Schritt in Richtung Resozialisierung.“

Weitere Informationen:

Neben dem allgemeinbildenden Unterricht und Möglichkeiten der Berufsausbildung in insgesamt 39 anerkannten Handwerksberufen gibt es in den Justizvollzugsanstalten des Landes auch Lehrgänge und Kurzausbildungen. Damit haben auch Gefangene mit kurzer Haftstrafe die Möglichkeit, eine berufliche Grundqualifikation zu erwerben. Zu den Lehrgängen und Kurzausbildungen gehören etwa EDV-Kurse, Sprachkurse, Gabelstaplerkurse und Schweißerlehrgänge.

Die Statistik über die schulischen und beruflichen Bildungsmaßnahmen im baden-württembergischen Justizvollzug wurde in dieser Form erstmals für das Schul- und Ausbildungsjahr 2009/2010 erhoben. Grundlage sind sogenannte detaillierte Maßnahmendokumentationsblätter.

 

Quelle: Justizministerium Baden-Württemberg

 

 

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